Datum08.07.2026 15:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie italienische Gemeinde Varenna am Comer See hat eine strenge Kleiderordnung für Touristen eingeführt, um Massentourismus entgegenzuwirken und die Lebensqualität der Einwohner zu schützen. Besucher, die ohne Oberteil oder in Badebekleidung durch das Dorf laufen, drohen Bußgelder von bis zu 200 Euro. Diese Maßnahme, die auch Reiseleiter und Gruppengrößen betrifft, soll das Ortsbild wahren und den rund 650 Einwohnern Ruhe garantieren. Ähnliche Regelungen gibt es bereits in anderen italienischen Orten.
Inhalt"Die Lebensqualität unserer Einwohner darf nicht auf dem Altar des Massentourismus geopfert werden", sagt der Bürgermeister von Varenna am Comer See. Eine Maßnahme: eine strenge Kleiderordnung. Varenna am Comer See hat Bußgelder von bis zu 200 Euro für Menschen verhängt, die mit nacktem Oberkörper oder in Badebekleidung umherlaufen. Wie der "Guardian" berichtet , will der Ferienort mit schärferen Regeln gegen unangemessen gekleidete Touristen vorgehen. Demnach versuchen die Behörden, den wachsenden Besucherzahlen Herr zu werden; sie wollten das Erscheinungsbild des Dorfes bewahren und den rund 650 Dorfbewohnern ein Mindestmaß an Ruhe garantieren. Mauro Manzoni, Bürgermeister Das Umherlaufen im Dorf ohne Oberteil oder in Badebekleidung ist nun verboten. Wer sich nicht daran hält, riskiert Bußgelder zwischen 50 und 200 Euro. Darüber hinaus wurden Reisegruppen auf höchstens 25 Personen begrenzt und dürfen Varennas enge Gassen nicht verstopfen. Reiseführern wurde der Einsatz von Lautsprechern untersagt. "Varenna ist ein wunderbares Dorf und wir sind stolz darauf, jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus aller Welt willkommen zu heißen", sagt Bürgermeister Mauro Manzoni dem lokalen Radiosender "Comozero" . "Die Lebensqualität unserer Einwohner darf jedoch nicht auf dem Altar des Massentourismus geopfert werden." Medienberichten zufolge hat der Gemeinderat die neuen Regeln Ende Juni beschlossen. Von den Bewohnern Varennas werden sie offenbar weithin begrüßt, insbesondere die Kleiderordnung. "Am Strand kann man tun, was man will, aber wenn man umherläuft und in Geschäfte, Restaurants, Kirchen oder auf den Platz geht, muss man sich anständig kleiden", sagte ein Ladenbesitzer dem Sender TGCom24 von Mediaset . Ein anderer Ladenbesitzer sagte: "Es war an der Zeit; es ist eine vernünftige Maßnahme. Wichtig ist, dass sie auch durchgesetzt wird." Viele Städte und Gemeinden in ganz Italien haben ähnliche Maßnahmen ergriffen, um den exzessiven Tourismus in den Griff zu bekommen. Im Jahr 2022 bezeichnete der damalige Bürgermeister von Sorrent das oberkörperfreie Herumlaufen in Badekleidung als "weitverbreitetes unschickliches Verhalten", das dem Image der Stadt schade – und verhängte deshalb saftige Bußgelder. In der noblen ligurischen Küstenstadt Portofino wurden 2023 Selfies verboten und bestimmte Bereiche zu "Nicht-Wartezonen" Zonen erklärt, um Touristen davon abzuhalten, sich zu lange an einem Ort aufzuhalten.