Datum08.07.2026 15:34
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Nordische Kombination wurde von den Olympischen Winterspielen gestrichen, was zu heftiger Kritik aus der Sportwelt führte. Athlet:innen wie Nathalie Armbruster und Lukas Klapfer bezeichnen dies als Verrat an olympischen Werten und werfen dem IOC Respektlosigkeit gegenüber Tradition und jungen Talenten vor. Das IOC begründet die Entscheidung mit geringer Popularität, was von Sportfunktionären wie Eric Frenzel bezweifelt wird. Die Streichung beendet eine seit 1924 bestehende olympische Disziplin und raubt Sportler:innen eine wichtige Perspektive.
InhaltNathalie Armbruster spricht nach der Streichung der Nordischen Kombination vom Verrat der olympischen Werte. Lukas Klapfer warf seine Medaillen in den Müll. Dem Ende der Nordischen Kombination bei den Olympischen Winterspielen folgt harte Kritik aus der Sportszene. Die frühere Gesamtweltcup-Siegerin Nathalie Armbruster erhob schwere Vorwürfe gegen das Internationale Olympische Komitee. Die 20-Jährige kritisierte, "dass das IOC unsere Leistung der vergangenen Jahre, die Geschichte unserer Sportart mit den Füßen tritt und gleichzeitig auch ihre eigenen olympischen und sportlichen Werte verrät". Armbruster hatte jahrelang für eine Aufnahme der Frauen gekämpft. Der österreichische Wintersportler Lukas Klapfer warf seine Olympia-Medaillen demonstrativ in den Müll. "Das ist es, was das IOC mit jungen Talenten macht", sagte er. "Es wirft ihre Träume in den Müll." Horst Hüttel, Sportdirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), bezeichnete die Entscheidung als "niederschmetternd". "Man kann das Ausmaß noch gar nicht greifen, das ist so weitreichend. Das raubt die Perspektive. Wir schauen ins Ungewisse", sagte der im März zurückgetretene FIS-Athletensprecher Rydzek. Bundestrainer und mehrfacher Goldmedaillengewinner Eric Frenzel zeigte sich ebenfalls erschüttert. "Ich selber hatte den Traum, Olympiasieger zu werden. Ich hatte das Glück, ihn zu erfüllen", sagte Frenzel. "Das haben jetzt wahrscheinlich sehr, sehr viele Sportler eben nicht. Enorm schade, dass man sie dieser Chance beraubt." Seit der Premiere 1924 hatte der Zweikampf aus Skispringen und Langlauf immer zum olympischen Kanon gehört, Georg Thoma, Ulrich Wehling, Vinzenz Geiger oder eben Frenzel wurden als "Könige des Wintersports" gefeiert. Vom Original-Programm der Spiele in Chamonix war bislang nur der Militärpatrouillenlauf gestrichen (und durch Biathlon ersetzt) worden – nun erwischte es die Kombination. Das IOC hielt dagegen, dass die Nordische Kombination seit 2014 bei fast allen Popularitätsbewertungen während der Winterspiele zumeist einen der letzten Plätze belegt habe. Frenzel forderte, die Zahlen zu veröffentlichen. "Das haben wir als so traditionsreiche Sportart auch verdient. Aktuell fühlt es sich enorm schwer an, solche Dinge zu glauben", sagte er.