Datum08.07.2026 13:40
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Demokratiezentrum Hessen warnt vor einer Zunahme queerfeindlicher Angriffe, die von Rechtsextremen als Mobilisierungsthema genutzt werden. Beleidigungen, Drohungen, Sachbeschädigungen und Gewalt richten sich gegen queere Menschen und Veranstaltungen. Laut Polizeistatistik haben sich queerfeindliche Straftaten in Hessen seit 2022 mehr als vervierfacht, und es wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Extremismus“. Lesen Sie jetzt „Experten: Zahl der queerfeindlichen Angriffe nimmt zu“. Rechtsextreme nutzen nach Einschätzung des Demokratiezentrums Hessen zunehmend queerfeindliche Angriffe als Mobilisierungsthema. Mit Beleidigungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und körperlichen Attacken gegen queere Menschen sowie Störungen bei Veranstaltungen zum Christopher Street Day stellten sie "demokratische Errungenschaften gezielt infrage", teilte das Zentrum an der Universität Marburg mit. Es fungiert als Koordinierungsstelle des "Beratungsnetzwerks Hessen - Gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus". Das Demokratiezentrum verwies auf die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeslandes: "Wurden 2022 noch 33 queerfeindliche Straftaten registriert, waren es im vergangenen Jahr bereits 141 – mehr als eine Vervierfachung innerhalb von vier Jahren." Vermutet werde zudem eine erhebliche Dunkelziffer, da viele Betroffene Vorfälle aus Angst oder Scham nicht meldeten. Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Unter den Sammelbegriff fallen also nicht-heterosexuelle Menschen, aber auch Personen mit dem Geschlechtseintrag "divers" sowie transidente und intergeschlechtliche Gruppen. © dpa-infocom, dpa:260708-930-352904/1