Datum08.07.2026 09:22
Quellewww.spiegel.de
TLDRBurn-out ist oft kein individuelles, sondern ein systemisches Problem in Unternehmen. Auslöser variieren je nach Hierarchieebene. Um dem entgegenzuwirken, sind strukturelle Änderungen nötig: klare Prioritäten, eindeutige Befugnisse, Echtzeit-Feedback und ein Arbeitsrhythmus, der Erholung ermöglicht. Anreize sollten Verfügbarkeit und stille Überforderung nicht mehr belohnen. Führungskräfte müssen ihre Systeme kritisch hinterfragen und Maßnahmen umsetzen, um Teams und sich selbst zu schützen.
InhaltViele Führungskräfte halten Burn-out für ein individuelles Problem – doch das ist ein Irrtum. Erschöpfung entsteht, wenn die Strukturen im Team nicht stimmen. Wie es besser ginge, erfahren Sie in der neuen Folge unseres Podcasts "Lead Forward". Burn-out kann jede und jeden im Unternehmen treffen. Je nach Rolle hat er jedoch oft unterschiedliche Auslöser: Berufseinsteigende leiden vor allem unter Orientierungslosigkeit und unsichtbaren Regeln, mittlere Führungskräfte unter zu viel Verantwortung bei zu wenig Macht, Spitzenkräfte dagegen unter moralischer Erschöpfung und Wertekonflikten. Wirksame Gegenmaßnahmen setzen an der Struktur an: klare Prioritäten setzen, eindeutige Entscheidungsbefugnisse, Echtzeit-Feedback statt jährlicher Rückschau und ein Arbeitsrhythmus, der Erholung fest einplant. Ebenso wichtig ist es, Anreize so zu verändern, dass ständige Verfügbarkeit und stille Überforderung nicht mehr als Engagement gelten und Verantwortung breiter verteilt wird. Chefs und Chefinnen, die ihr Team und sich selbst vor Burn-out schützen wollen, sollten sich die folgenden Fragen stellen: Was kostet mehr Energie, als es am Ende bringt? Welche Entscheidungen werden immer wieder vertagt und von wem? Wo setzen wir Verfügbarkeit mit Performance gleich – und welche Arbeit kann gestrichen oder neu gestaltet werden, um spürbar zu entlasten? Und die Antworten ernst nehmen – und wirklich beherzigen. Weiterlesen? Hier kommt der Link zu unserem Artikel, auf dem unser Podcast basiert: "Du bist nicht das Problem. Dein Unternehmen ist es." In "Lead Forward" spricht Gesine Braun, Chefredakteurin des Harvard Business managers, alle zwei Wochen mit der leitenden HBm-Redakteurin Christiane Sommer und HBm-Redakteurin Wiebke Harms über Führung, Strategie und Management. "Lead Forward" erscheint 14-täglich hier sowie auf Spotify und Apple Podcasts .