Migrationspolitik: Flüchtlingsrat: Neue Geflüchteten-Einrichtung «haftähnlich»

Datum08.07.2026 08:12

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Sächsische Flüchtlingsrat kritisiert die neue "Sekundärmigrationszentrum"-Einrichtung für Asylbewerber in Dresden als "haftähnlich". Er bemängelt, dass die Einrichtung, die nach verschärftem Asylrecht für Personen mit zuständigen Verfahren in anderen EU-Staaten oder Schutzstatus dort eingerichtet wurde, die Menschenrechte verletze. Der Rat bevorzugt dezentrale Unterbringung mit Privatsphäre. Die sächsische CDU weist die Haftvorwürfe zurück und bezeichnet die Einrichtung als Unterbringung mit Auflagen, die Platz für bis zu 400 Menschen bieten soll.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Migrationspolitik“. Lesen Sie jetzt „Flüchtlingsrat: Neue Geflüchteten-Einrichtung "haftähnlich"“. Der Sächsische Flüchtlingsrat übt scharfe Kritik an einer neuen Einrichtung für bestimmte Asylbewerber. "Wir würden schon sagen, dass Sekundärmigrationszentren haftähnliche Einrichtungen sind", sagte Geschäftsleiterin Angela Müller dem MDR. "Es spricht ja nichts dagegen, Asylverfahren effizienter zu gestalten. Aber die Effizienz darf eben nicht zulasten von Menschenrechten und von Menschenwürde gehen." Der Flüchtlingsrat befürworte dagegen eine dezentrale Unterbringung, in der etwa Privatsphäre und Bewegungsfreiheit gewährleistet wären. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Ronny Wähner, hatte dem MDR gegenüber wiederum betont: "Es ist keine Haftanstalt, das muss man deutlich sagen. Es ist eine Unterbringungsmöglichkeit mit gewissen Auflagen." Seit Anfang Juli wird das frühere Landesausreisezentrum in Dresden entsprechend der neuen Rechtslagen als sogenanntes Sekundärmigrationszentrum weitergeführt. Im Zuge des verschärften Asylrechts können Bundesländer solche Unterkünfte für die Betroffenen einrichten. Dort sollen zentral Menschen verpflichtend leben, für deren Asylverfahren ein anderer EU-Staat zuständig ist oder für die dort bereits ein Schutzstatus vorliegt. In der Dresdner Einrichtung soll Platz für bis 400 Menschen sein. © dpa-infocom, dpa:260708-930-351037/1