Datum08.07.2026 07:53
Quellewww.spiegel.de
TLDRDänemarks Premierminister hat bekräftigt, dass Dänemark jeden Zentimeter NATO-Gebiet, inklusive Grönland, verteidigen werde. Dies geschah im Kontext von US-Präsident Donald Trumps anhaltenden Ansprüchen auf die strategisch wichtige Arktisinsel. Trump sieht einen Erwerb Grönlands durch die USA als beste Lösung zur Bewältigung von Sicherheitsrisiken, während Dänemark und Grönland dies entschieden ablehnen. Beide Seiten sind nun in Gesprächen, um eine Kompromisslösung zu finden.
InhaltDer Nato-Gipfel in Ankara ist für Dänemark ein diplomatischer Kraftakt. Das Königreich will Donald Trump nicht verärgern – und versucht gleichzeitig, in der Grönland-Frage hart zu bleiben. US-Präsident Donald Trump hält an seinen Besitzansprüchen auf das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland fest. Es bleibe dabei, dass die weltgrößte Insel von den Vereinigten Staaten und nicht von Dänemark kontrolliert werden sollte, sagte er beim Nato-Gipfel in Ankara bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Dienstag. Konkrete Handlungen drohte er aber nicht an. Der dänische Premier hat dennoch am Mittwochmorgen reagiert und erklärt, Dänemark werde jeden Zentimeter Nato-Gebiet verteidigen – Grönland inklusive. Bereits am Wochenende hatte ein hochrangiger US-Beamter klargemacht, dass eine Übernahme Grönlands aus Sicht der USA aktuell der einzige Weg sei, um den Sicherheitsrisiken rund um die Eisinsel langfristig zu begegnen. "Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass dies der beste Weg ist, den Verteidigungsbedarf der Nato in Bezug auf Grönland zu decken", sagte er zu Journalisten. Zugleich sagte er, auch weitere Optionen würden geprüft. Wie diese aussehen könnten, ließ er offen. Der hochrangige Regierungsbeamter verwies darauf, dass es "rege Marineaktivitäten" in der Region rund um Grönland gebe und US-Präsident Donald Trump eine "dauerhafte" Lösung anstrebe. "Bislang sehen wir als einzige Lösung den Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten", sagte der Beamte weiter. Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht – und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der größten Militärallianz der Welt und der gegenseitigen Bündnistreue geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA. Trumps Drohungen, zur Not auch militärische Mittel anzuwenden, nahm er letztlich zwar zurück – ebenso wie die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. An seinen Ansprüchen auf die Insel hielt er aber fest. Die Regierungen Dänemarks und Grönlands lehnen eine Annexion durch die USA entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen, um einen Kompromiss zu finden.