Datum08.07.2026 07:51
Quellewww.zeit.de
TLDRRegierender Bürgermeister Kai Wegner hat am Morgen des Berliner Stromausfalls Anfang Januar offenbar nicht, wie zunächst angegeben, dienstlich telefoniert. Die Senatskanzlei gibt an, dass keine Telefonate vor 12:45 Uhr stattfanden. Die Kommunikation erfolgte stattdessen per Textnachrichten. Wegner war bereits während des Blackouts, der 45.000 Haushalte betraf, wegen seiner Kommunikation in die Kritik geraten.
InhaltNach dem großflächigen Stromausfall in Berlin zu Jahresbeginn gab der Regierende Bürgermeister an, gleich morgens telefoniert zu haben. Offenbar stimmt das nicht. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht erneut wegen seiner Kommunikation über den ersten Tag des großflächigen Stromausfalls im Südwesten Berlins zu Jahresbeginn in der Kritik. Anders als zunächst von ihm angegeben, habe der CDU-Politiker am 3. Januar vormittags nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert, berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Informationen der Senatskanzlei. Vor 12.45 Uhr sei kein Telefonat geführt worden. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa dazu ließ die Senatskanzlei unbeantwortet. Der Austausch habe per Textnachrichten stattgefunden, teilte die Senatskanzlei der Zeitung mit. Um 12.45 Uhr telefonierte Wegner demnach mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Im Interview mit Welt-TV hatte Wegner am 7. Januar, am letzten Tag des Blackouts, gesagt: "Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz." Wegner war bereits während des tagelangen Blackouts in die Kritik geraten, unter anderem, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist nicht lückenlos klar, mit welchen Stellen er wann und auf welche Weise Kontakt hatte. "Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen", sagte Wegner am 24. März zur Berliner Zeitung. Die Zeitung berichtete damals, Wegner habe vormittags über Textnachrichten mit seinem Stab kommuniziert, erwähnte aber kein dienstliches Telefonat. Durch den Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Januar hatten 45.000 Berliner Haushalte in Berlins Westen tagelang keinen Strom. Betroffen waren zeitweise rund 100.000 Menschen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.