Ölpreis zieht nach US-Attacken in Iran wieder an

Datum08.07.2026 07:48

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Angriffe auf Ziele im Iran, als Reaktion auf frühere Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus, lassen die Ölpreise steigen. Brent-Öl verteuert sich auf 76,09 Dollar, nachdem es bereits zuvor wegen der Vorfälle zugelegt hatte. Die erneute Eskalation verschärft die regionale Unsicherheit und die Aussichten auf eine Beendigung des Konflikts sind gesunken. Iran droht mit Gegenmaßnahmen nach der Wiederinkraftsetzung von US-Sanktionen.

InhaltDie USA greifen Ziele im Iran an, Teheran droht mit Gegenmaßnahmen. Der Ölmarkt reagiert prompt – und die Unsicherheit wächst. Die Ölpreise sind am Mittwoch infolge der US-Angriffe auf Iran erneut gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August legte im frühen Handel um 2,6 Prozent auf 76,09 Dollar zu. Schon am Dienstag war Brent-Preis wegen der Attacken auf Tanker in der Straße von Hormus um drei Prozent in die Höhe gegangen. Mindestens vier Öl- und Gastanker sind nach Angaben von Schiffsverfolgungsdiensten umgekehrt. Nun verschärft sich die Lage in der Region weiter. Mit gut 76 Dollar liegt der Brent-Preis rund achteinhalb Prozent über dem Zwischentief von vergangener Woche. Anfang Juli war der Preis für ein Fass der Sorte Brent auf 70 Dollar gefallen. Das war der tiefste Stand seit Beginn des Irankriegs Ende Februar. Damals war der Ölpreis zunächst deutlich gestiegen. Ein Barrel der Referenzsorte Brent hatte zwischenzeitlich etwas mehr als 126 Dollar gekostet. Seit diesem Zwischenhoch Ende April sank der Preis kontinuierlich. Grund für den Rückgang war die Hoffnung auf eine Lösung im Irankrieg. Doch das ist aufgrund der jüngsten Entwicklungen einmal mehr unwahrscheinlicher geworden. In der Nacht zum Mittwoch haben die USA nach eigenen Angaben Ziele in Iran bombardiert. Die Angriffe seien eine Reaktion auf vorausgegangene Attacken auf Tanker in der Region gewesen. Zugleich setzte Washington Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Teheran reagierte umgehend und verurteilte das Vorgehen als "schwerwiegenden Verstoß" gegen das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges. Iran werde "entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine nationalen Interessen und seine Sicherheit zu wahren", schrieb Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X.