Paris Hilton wurde als Teenagerin in einem Internat mutmaßlich misshandelt. Nun verliert die Schule die Zulassung

Datum08.07.2026 07:39

Quellewww.spiegel.de

TLDREin kirchliches Internat in Utah verliert seine Lizenz aufgrund von Verstößen gegen staatliche Vorgaben, darunter unnötige Zwangsmaßnahmen und Vernachlässigung. Dies geschah, nachdem Paris Hilton jahrelang öffentlich von Misshandlungen während ihrer eigenen Zeit als Teenager in der Einrichtung berichtete. Hilton äußerte sich erleichtert über die Entscheidung, die sie als Erfolg für Überlebende von Missbrauch wertet. Die Schule erwägt rechtliche Schritte.

InhaltEs geht um Vorwürfe unnötiger Zwangsmaßnahmen und Vernachlässigung: Ein therapeutisches Internat in Utah verliert seine Lizenz. Realitystar Paris Hilton hatte seit Jahren dafür gekämpft. Sie schilderte körperliche, psychische und sexuelle Gewalt: Realitystar Paris Hilton, 45, kämpfte seit Jahren für die Schließung eines therapeutischen Internats im US-Bundesstaat Utah, in dem sie nach eigenen Angaben als Teenager misshandelt worden war. Nun verliert der Standort Springville, der Provo Canyon School tatsächlich seine Lizenz, wie zahlreiche Medien, darunter die Sender CBS  und BBC  sowie das Promimagazin "People"  berichteten. Das hat allerdings nichts mit Paris Hiltons Fall zu tun, trotzdem zeigte die Unternehmerin sich erleichtert: Es sei "die Nachricht, für die ich gekämpft und gebetet habe", sagte sie laut einer Stellungnahme, aus der "People" zitiert. Dem Gesundheits- und Sozialministerium von Utah zufolge geht es um zahlreiche Verstöße gegen staatliche Vorgaben aus den Jahren 2025 und 2026. Es führt unter anderem Fälle von unnötigen Zwangsmaßnahmen, aggressivem Körperkontakt und Vernachlässigung an. "Seit mehr als fünfzig Jahren berichten Kinder von Missbrauch, Vernachlässigung und Traumata", sagte Hilton. "Heute hat der Staat bestätigt, was die Überlebenden die ganze Zeit schon wussten: Die Provo Canyon School hat die ihr anvertrauten Kinder im Stich gelassen." Das Internat wirbt laut seiner Homepage mit einem "Behandlungsprogramm für Mädchen mit komplexen mentalen und verhaltensbezogenen Herausforderungen". Vom Gesundheits- und Sozialministerium hieß es nun, die Einrichtung habe "es versäumt, den Betreuten angemessene Gesundheits- und Sicherheitsleistungen bereitzustellen". Die Lizenz für das stationäre Programm werde entzogen und alle Aktivitäten auf dem Campus müssten bis zum 6. August eingestellt werden. Die Schule teilte mit, sie erwäge, gegen diese Entscheidung vorzugehen. Dafür hat sie 15 Tage Zeit. Hilton bezeichnete den Entzug der Zulassung als Erinnerung daran, dass "keine Institution zu mächtig ist, um zur Rechenschaft gezogen zu werden", und fügte hinzu: "Wenn Überlebende sich weigern zu schweigen, ist Veränderung möglich." Die Vorwürfe des Missbrauchs hatte Paris Hilton erstmals in ihrer YouTube-Dokumentation "This Is Paris" im Jahr 2020 erhoben. Darin beschuldigte sie Mitarbeiter der Provo Canyon School, sie missbraucht zu haben. Kurz darauf führte sie einen Protest an, der die Schließung der Schule forderte. In weiteren Beiträgen in Zeitungen, aber auch den sozialen Medien thematisierte sie ihre Erfahrungen mit mehreren Privatschulen. Im Juni 2024 forderte sie vor dem US-Kongress, Minderjährige in privaten Internaten besser zu schützen: Hinter Programmen für schwer erziehbare Kinder stecke ein milliardenschweres Geschäftsmodell, so Hilton. Diese "23-Milliarden-Dollar-Industrie" betrachte Kinder "nur als Dollarzeichen" und arbeite "ohne sinnvolle Aufsicht".