Datum08.07.2026 07:26
Quellewww.zeit.de
TLDRBrandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann rechnet damit, dass auch im nächsten Schuljahr nicht alle Lehrerstellen besetzt werden können. Er kündigte kreative Maßnahmen an, um sicherzustellen, dass alle Schüler ihre Abschlüsse erhalten, auch wenn dies bedeuten könnte, den Lehrplan anzupassen oder Förderunterricht zu kürzen. Verbeamtete Lehrkräfte könnten notfalls auch abgeordnet werden, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten. Geplante zusätzliche Stellen werden erst mit dem nächsten Haushalt beschlossen, während die Regierungskoalition zuvor 345 Vollzeitstellen gestrichen hatte.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Brandenburger Schulen“. Lesen Sie jetzt „Minister: Werden nicht alle Lehrerstellen besetzen können“. Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) rechnet damit, dass auch im neuen Schuljahr nicht alle Lehrerstellen im Land besetzt werden können. Die staatlichen Schulämter arbeiteten jeden Tag unter Hochdruck daran, so viele Stellen wie möglich zu besetzen, sagte Hoffmann zum Start der Sommerferien im rbb-Inforadio. "Wir sehen aber, dass das nicht in allen Teilen des Landes zu 100 Prozent gelingen wird", sagte Hoffmann. Und deshalb würden sie auch im nächsten Schuljahr mit speziellen, kreativen Maßnahmen dafür sorgen müssen, dass alle Schüler ihre Abschlüsse bekommen könnten. "Es mag einzelne Schulen geben, wo es uns nicht gelingt, die Stundentafel so abzusichern, wie sie im Plan steht", sagte Hoffmann. Da werde man darüber reden müssen, etwa zusätzliche Stunden für Förderunterricht noch einmal zu kürzen. "Im Ausnahmefall überlegen wir sogar, dass es dann die Möglichkeit gibt, dass einzelne Schulen von der Stundentafel abweichen dürfen." Verbeamtete Lehrkräfte könnten notfalls auch an bestimmte Orte abgeordnet werden. "Das ist natürlich nichts, was man sich wünscht", sagte Hoffmann. Letzten Endes habe er als Bildungsminister aber nicht nur eine Verantwortung für die 22.000 Lehrkräfte. "Ich habe vor allen Dingen auch eine Verantwortung für 320.000 Schüler und Schülerinnen in unserem Land." In erster Linie solle das basierend auf Freiwilligkeit geschehen, sagte Hoffmann. "Aber wenn sich da gar niemand findet, dann wird man vielleicht auch zu dem Mittel greifen müssen, dass man die Leute von Amts wegen umsetzt." Das sei dann natürlich zeitlich begrenzt. Die Regierungskoalition aus SPD und CDU will auch 250 zusätzliche Stellen schaffen, das soll aber erst mit dem nächsten Haushalt beschlossen werden. Die Zahl der Lehrkräfte war zuvor aus Spargründen im Haushalt 2025 von der SPD/BSW-Koalition um 345 Vollzeitstellen gesunken. © dpa-infocom, dpa:260708-930-350844/1