Datum08.07.2026 07:27
Quellewww.spiegel.de
TLDRRussland hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Mehrere Explosionen erschütterten die Stadt, zwei Menschen wurden verletzt. Präsident Selenskyj wirbt auf dem Nato-Gipfel in der Türkei um Patriot-Flugabwehrraketen. Die Ukraine, die seit über vier Jahren von Russland angegriffen wird, hofft auf weitere milliardenschwere Militärhilfen vom Nato-Gipfel.
InhaltRussische Raketen schlagen in der Nacht in der ukrainischen Hauptstadt ein. Derweil wirbt Präsident Selenskyj beim Nato-Gipfel in der Türkei um die dringend benötigten Patriot-Flugabwehrraketen. Während des Nato-Gipfels in Ankara hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kyjiw erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) erschütterten mehrere Explosionen die Dreimillionenstadt. Wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP aus der ukrainischen Hauptstadt berichteten, erfolgte die erste heftige Explosion noch vor Ertönen der Luftschutzsirenen. "Der Feind greift die Hauptstadt mit ballistischen Raketen an. Bleiben Sie in den Schutzräumen", schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram . Ihm zufolge gerieten mehrere Lagerhallen sowie ein weiteres "Nicht-Wohngebäude" in zwei Stadtteilen auf beiden Seiten des Dnipro in Brand. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden zwei Menschen bei dem nächtlichen Angriff verletzt, einer musste im Krankenhaus behandelt werden. Auch die ostukrainische Großstadt Charkiw wurde Behördenangaben zufolge in der Nacht angegriffen. In zwei Bezirken wurden Raketeneinschläge registriert, wie Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mitteilte. Mehr als zehn Häuser seien beschädigt worden. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Unterstützung gegen eine russische Invasion. Am Rande des Nato-Gipfels werden heute werden Gespräche zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump erwartet. Selenskyj will primär größere Lieferungen dringend benötigter Patriot-Flugabwehrraketen zur Abwehr russischer ballistischer Raketen erreichen. Binnen einer Woche wurde Kyjiw bereits zum dritten Mal vom russischen Militär mit derartigen Raketen angegriffen. Zum Abschluss des Gipfels soll die Ukraine ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen erhalten, um ihren Abwehrkampf gegen Russland fortzusetzen. Vorgesehen ist laut dem Text für die Abschlusserklärung eine Mindestfinanzierung von je 70 Milliarden Euro für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung für dieses und nächstes Jahr.