Veränderte Konsumgewohnheiten: Bäckerei-Insolvenzen um 40 Prozent gestiegen

Datum08.07.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIm ersten Halbjahr stieg die Zahl der Bäckerei-Insolvenzen um 40 Prozent auf 63 Betriebe. Dies spiegelt einen tiefgreifenden Strukturwandel wider, da sich Konsumgewohnheiten ändern. Viele Verbraucher bevorzugen inzwischen Backwaren aus Supermärkten oder Discountern, was traditionsreiche Fachgeschäfte ihre Laufkundschaft koste. Insbesondere kleinere, inhabergeführte Bäckereien geraten durch steigende Kosten und Preisdruck in Bedrängnis.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Veränderte Konsumgewohnheiten“. Lesen Sie jetzt „Bäckerei-Insolvenzen um 40 Prozent gestiegen“. Die Zahl der Pleiten von Bäckereien hat deutlich zugenommen. Im ersten Halbjahr meldeten nach Angaben der Auskunftei Creditreform bundesweit 63 Betriebe Insolvenz an – 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erfasst sind dabei Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig "Herstellung von Backwaren", also Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen. Reine Verkaufsfilialen ohne eigene Herstellung sind nicht enthalten. Betroffen waren laut Creditreform auch größere Bäckereiketten wie die Mecklenburger Backstuben GmbH, die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG, die Keim & Brecht OHG sowie die Bäckerei Kayser GmbH. Die aktuelle Entwicklung sei kein kurzfristiges Phänomen, sagt der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. "Bereits seit 2023 beobachten wir auch in dieser Branche ein erhöhtes Insolvenzgeschehen." Die Zahlen spiegelten einen tiefgreifenden Strukturwandel wider.  Weil sich die Konsumgewohnheiten geändert hätten, gerate das klassische Bäckerhandwerk zunehmend unter Druck, so Hantzsch. "Viele Verbraucher, auch aus höheren sozialen Schichten, kaufen Backwaren heute an Backstationen im Supermarkt oder beim Discounter, häufig verbunden mit dem Wocheneinkauf." Traditionellen Fachgeschäften gehe so wichtige Laufkundschaft verloren. Vor allem kleinere, inhabergeführte Betriebe gerieten durch steigende Kosten, wachsenden Preiskampf und sparsame Konsumenten ins Hintertreffen, sagte Hantzsch. © dpa-infocom, dpa:260708-930-350218/1