Parteiinterner Trump-Widersacher: Rätselraten über Gesundheitszustand von Toprepublikaner Mitch McConnell

Datum08.07.2026 03:25

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Gesundheitszustand des 84-jährigen Top-Republikaners Mitch McConnell wird seit seiner Krankenhauseinlieferung vor fast vier Wochen intensiv diskutiert. Offizielle Angaben sind spärlich, was Spekulationen schürt, insbesondere durch Trump-nahe Kreise. Mehrere Senatskollegen und ehemalige Berater berichten jedoch von Gesprächen und betonen seine Rückkehrabsichten. McConnell, einflussreicher langjähriger Senator, hat sich zuletzt zunehmend kritisch gegenüber Donald Trump positioniert.

InhaltVor fast vier Wochen wurde Republikaner-Urgestein Mitch McConnell ins Krankenhaus eingeliefert. Seitdem wurde der 84-Jährige öffentlich nicht gesehen, sein Büro hält sich äußerst bedeckt. Die Opposition heizt Gerüchte an. Wie geht es Mitch McConnell? Über diese Frage wird in den USA derzeit viel diskutiert. Der 84-jährige Republikaner wurde am Morgen des 14. Juni ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Büro erklärte dazu lediglich, der Senator erhalte eine "ausgezeichnete Versorgung". Seitdem gab es kaum offizielle Mitteilungen über den Gesundheitszustand McConnells. Am Dienstag erklärte ein Sprecher auf Anfrage lediglich, McConnell sei "dankbar für die große Welle der Unterstützung, die ihm während seiner weiteren Genesung im Krankenhaus zuteilwird". Unter anderem die rechte Politaktivistin Laura Loomer – die Präsident Donald Trump nahesteht – hatte die Gerüchteküche angeheizt (mehr zu ihr hier). Sie schrieb am Montag bei X, sie habe aus dem Weißen Haus erfahren, dass McConnell "hirntot" sei. "Er kommt nicht zurück", zitierte sie die namentlich nicht genannte Quelle. Der Publizist und frühere McConnell-Berater Scott Jennings schrieb dagegen nach Loomers Post auf X , er habe mit dem Senator fast 20 Minuten gesprochen und aktuelle politische Themen diskutiert. "Ich habe ihm gesagt, dass wir ihn so schnell wie möglich wieder bei der Arbeit sehen wollen", fügte Jennings hinzu. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die "Washington Post"  zitiert zwei weitere republikanische Senatoren, die erklärten, sie hätten in dieser Woche mit McConnell telefoniert: John Thune und John Barrasso. Letzterer ließ anschließend mitteilen, McConnell sei bei dem Gespräch "voll und ganz bei der Sache" gewesen und freue sich darauf, in den Senat zurückzukehren. Der republikanische Senator Mike Lee erklärte bei X : "Viele von uns äußern sich nicht zu Mitch McConnells Gesundheitszustand, weil wir nichts über seinen Zustand wissen." Er reagierte damit auf die online geäußerte Behauptung einer konservativen Influencerin, Senatoren würden bei einer Vertuschungsaktion alle unter einer Decke stecken. Der Senat ist derzeit in der Sitzungspause, soll aber ab Montag wieder tagen. McConnell zählte jahrzehntelang zu den einflussreichsten Republikanern im Kongress. Der Politiker aus dem Bundesstaat Kentucky gehört dem Senat bereits seit 1985 an. Seit 2007 war er zunächst Minderheitsführer seiner Partei, zwischen 2015 und 2021 erreichte er dann sein Karriereziel und wurde Mehrheitsführer des Senats. Trump machte nach seinem erneuten Amtsantritt vor rund 18 Monaten den Senator John Thune zum neuen Mehrheitsführer. McConnell kündigte an, Anfang 2027 in den Ruhestand gehen zu wollen. In Trumps erster Amtszeit hatte McConnell mit dem Präsidenten paktiert und zusammen mit ihm eine konservative Agenda umgesetzt. Nach Trumps Wahlniederlage 2020 distanzierte sich der Senator dann von den Betrugsbehauptungen Trumps und machte ihn für die Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar 2021 verantwortlich. Seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus trat McConnell zunehmend als innerparteilicher Widersacher auf. So verweigerte er beispielsweise dem umstrittenen Verteidigungsminister Pete Hegseth und anderen Kabinettsmitgliedern seine Stimme. Trump beschimpfte ihn als "üblen Typen", der "miserabel in seinem Job" als Toprepublikaner im Senat gewesen sei.