US-Migrationsbehörde ICE: ICE-Beamter erschießt bei Einsatz mexikanischen Einwanderer

Datum08.07.2026 03:17

Quellewww.zeit.de

TLDRBei einem Einsatz in Houston erschoss ein ICE-Beamter einen mexikanischen Einwanderer, der sich angeblich illegal im Land aufhielt. Laut Heimatschutzministerium rammte der Mann ein Einsatzfahrzeug und versuchte anschließend, einen Beamten zu überfahren, woraufhin dieser schoss. Demokraten fordern eine unabhängige Überprüfung des Falls und die Veröffentlichung von Videos. Die Organisation League of United Latin American Citizens zweifelt an der Darstellung der Behörden. Der Vorfall wirft erneut Fragen zu tödlichen Schusswaffeneinsätzen durch Bundesbeamte auf.

InhaltEin Mann in Houston hat laut Heimatschutzministerium ein Einsatzfahrzeug gerammt und wurde daraufhin erschossen. Die Demokraten verlangen eine Überprüfung des Vorfalls. Ein Beamter der US-Migrationsbehörde ICE hat bei einem Einsatz in Houston einen Einwanderer aus Mexiko erschossen. Nach bisherigem Kenntnisstand habe sich der Mann, der sich angeblich illegal in den USA aufgehalten hat, in seinem Fahrzeug Anweisungen der Beamten widersetzt, teilte das Heimatschutzministerium auf der Plattform X mit. Der Fahrer habe zunächst ein Auto der Einsatzkräfte gerammt und dann versucht, mit seinem Auto einen Beamten zu erfassen, teilten die Behörden mit. Dabei habe der Beamte das Feuer eröffnet. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. Laut dem Ministerium wurde der Fahrer in ein Krankenhaus gebracht, erlag dort jedoch seinen Verletzungen. Das Ministerium habe interne Ermittlungen wegen des Schusses eingeleitet. Das Büro der Bundespolizei FBI in Houston ermittle zudem wegen des Angriffs auf einen Bundesbeamten. Die demokratische US-Abgeordnete Sylvia Garcia forderte auf X eine unabhängige Überprüfung der Darstellung der Bundesbehörden. Der demokratische Bürgermeister von Houston, John Whitmire, wollte sich zunächst nicht äußern. Juan Proaño, Geschäftsführer der Organisation League of United Latin American Citizens, sagte: "Wir nehmen dem Heimatschutzministerium seine Darstellung keineswegs einfach ab." Er forderte zudem: "Es sollte eine unabhängige Untersuchung geben, und alle Videoaufnahmen sollten veröffentlicht werden." Seit Beginn der verstärkten Einwanderungskontrollen der Regierung von US-Präsident Donald Trump gab es mindestens sechs tödliche Schusswaffeneinsätze durch Bundesbeamte. Frühere Darstellungen von Einwanderungsbehörden zu den Vorfällen wurden später teilweise durch Videoaufnahmen relativiert – etwa im Zusammenhang mit dem Tod der 37-jährigen Renée Good, die bei einem Einsatz in Minneapolis getötet wurde. Auch in diesem Fall teilte das Heimatschutzministerium mit, Good habe versucht, den Beamten mit ihrem Fahrzeug zu rammen. Örtliche Behörden und Zeugen widersprachen dieser Darstellung und sagten, sie habe lediglich versucht wegzufahren. In Houston, der größten Stadt des US-Bundesstaates Texas, kommt es seit dem vergangenen Jahr vermehrt zu Einsätzen der Einwanderungsbehörden, die auch auf öffentlichen Widerstand stoßen. Der Stadtrat hatte zunächst eine Regelung beschlossen, die die Zusammenarbeit mit ICE einschränken sollte, nahm diese Entscheidung jedoch zurück, nachdem der republikanische Gouverneur Greg Abbott mit der Kürzung von mehr als 100 Millionen Dollar an staatlichen Mitteln für die öffentliche Sicherheit gedroht hatte.