Datum08.07.2026 02:54
Quellewww.zeit.de
TLDREuropas Fußball erzielt mit 40,2 Mrd. Euro Rekordumsatz in der Saison 2024/2025, laut Deloitte. Die fünf Top-Ligen tragen maßgeblich bei, wobei die Bundesliga mit 4,3 Mrd. Euro ebenfalls einen Höchstwert erreicht. Hauptquellen sind Medienrechte, Wettbewerbsausschüttungen, Werbung und Ticketverkäufe. Die Premier League bleibt umsatzstärkste Liga. Zukünftiges Wachstum könnte sich verlangsamen, da der Markt gesättigt ist und Top-Klubs überproportional profitieren.
InhaltIn der Saison 2024/2025 haben europäische Verbände und Ligen erstmals mehr als 40 Milliarden Euro eingenommen. Auch die Bundesliga kam dabei auf einen Bestwert. Die europäischen Fußballverbände und Ligen haben in der Saison 2024/2025 einen Rekordumsatz erzielt. Sie nahmen 40,2 Milliarden Euro ein, wie aus dem jährlichen Report der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hervorgeht, dem sogenannten Annual Review of Football Finance. Das sind sechs Prozent mehr als in der Saison zuvor. Erstmals wurde damit die Marke von 40 Milliarden übertroffen. Maßgeblichen Anteil an der Höchstmarke hatten die fünf größten Ligen Europas in England, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich. Sie trugen 21,6 Milliarden Euro zu den Gesamterlösen auf dem europäischen Markt bei. Dabei wurden Transfereinnahmen bei den Berechnungen nicht berücksichtigt. Die Einnahmen stammen beispielsweise aus Fernseh- und Streamingrechten, Ausschüttungen aus europäischen Wettbewerben wie der Champions League, Werbung, Merchandising, Lizenzgeschäften und Ticketverkäufen. Die Bundesliga verbuchte in der Saison 2024/25 mit 4,3 Milliarden Euro einen Bestwert. Der Umsatz sei damit um zwölf Prozent gestiegen, heißt es in der Deloitte-Studie. Mit 400 Millionen Euro wurde demnach auch das bislang beste operative Ergebnis geschafft. Die Bundesliga habe "ihre Position als eine der finanziell stabilsten Ligen Europas weiter gefestigt", sagte Stefan Ludwig, Leiter der deutschen Sport-Businessgruppe bei Deloitte. "Die hohen Zuschauerzahlen sind Ausdruck einer starken Fanbasis, welche ein großer Wettbewerbsvorteil ist und eine wichtige Grundlage für die positive wirtschaftliche Entwicklung." Am umsatzstärksten waren in Europa erneut die Klubs der Premier League. Ihr Gesamtumsatz wuchs um acht Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Wichtigste Einnahmequelle blieben die Medienerlöse mit 4,0 Milliarden Euro. Auch die spanische LaLiga und die italienische Serie A kamen mit 4,1 Milliarden Euro und 3 Milliarden Euro auf neue Höchstumsätze. Die Entwicklung wurde vor allem von den großen Klubs wie Real Madrid und dem FC Barcelona in Spanien sowie Juventus Turin, Inter und AC Mailand in Italien getragen. Einzig die Ligue 1 in Frankreich musste einen Rückgang der Erlöse hinnehmen. Der Umsatz sank von 2,6 Milliarden auf 2,2 Milliarden Euro. Laut der Studie könnte der Umsatz des europäischen Fußballs in den nächsten Jahren sich verlangsamen oder stagnieren. "Die Ausweitung der Uefa- und Fifa-Wettbewerbe hat den Klubs der europäischen Top-Ligen finanzielle Vorteile gebracht. Doch die Ausschüttungen kommen nur einer kleinen Anzahl der Klubs zugute", sagte Ludwig. Der Fußball könne sich für nachhaltiges Wachstum nicht allein darauf verlassen, "immer mehr Inhalte zu produzieren. Ein zunehmend gesättigter Markt ist weder für Spieler noch für Fans positiv. Es besteht die Gefahr, kurzfristige Erträge über langfristigen Erfolg zu stellen."