Datum08.07.2026 00:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Ukraine hat mit Estland, den Niederlanden und Dänemark Drohnenabkommen unterzeichnet, mit Deutschland sind weitere geplant. Diese Abkommen fördern die Zusammenarbeit bei Technologie, Produktion und Export ukrainischer Drohnen. Präsident Selenskyj bot der NATO eine verstärkte Kooperation an und hob die Rolle von Drohnen im modernen Kriegsgeschehen hervor. Die Ukraine investiert stark in ihre Drohnenindustrie, die sich im Krieg bewährt hat und ukrainische Erfolge gegen russische Truppen und Infrastruktur ermöglicht.
InhaltDie Ukraine bietet sich der Nato als Partner bei unbemannten Waffensystemen an. Mit drei Ländern seien Kooperationen geschlossen worden, meldet Präsident Wolodymyr Selenskyj. Auch mit Deutschland sei ein Abkommen geplant. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ukraine Drohnenabkommen mit drei weiteren europäischen Ländern unterzeichnet. Auf dem Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara seien Abkommen mit Estland, den Niederlanden und Dänemark abgeschlossen worden, teilte Selenskyj am Dienstag in separaten Erklärungen im Onlinedienst Facebook mit. Selenskyj gab bekannt, dass weitere Abkommen mit Deutschland, Norwegen, Finnland und Kanada geplant seien. Die Ukraine hat bereits ähnliche Abkommen mit sechs Ländern abgeschlossen, darunter Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Litauen und Lettland. Die Abkommen sind auf jedes Land individuell zugeschnitten. Sie sehen jedoch in der Regel vor, dass die Ukraine Unterstützung bei Drohnentechnologie im Austausch gegen Lizenzgebühren, Investitionen und andere militärische Ausrüstung zur Verfügung stellt. Selenskyj erklärte, die Drohnenabkommen würden "neue Möglichkeiten für die gemeinsame Produktion, die Entwicklung innovativer Verteidigungstechnologien, den systematischen Austausch von Fachwissen und den Export ukrainischer, auf dem Schlachtfeld bewährter Lösungen" schaffen. Die Ukraine gibt die Bedingungen der Abkommen in der Regel nicht bekannt. Selenskyj bot der Nato auf dem Gipfel in Ankara eine verstärkte Kooperation bei Drohnen an. Er riet den Alliierten zu schnelleren Vorbereitungen auf eine Kriegsführung mit und gegen Drohnen. Zugleich rief er dazu auf, sich an einer Initiative zur gemeinsamen Produktion unbemannter Systeme zu beteiligen. Drohnen und die Technologie der Kampfführung auf Entfernung bedeuteten einen revolutionären Wandel in der Kriegstechnik, sagte er. Ukrainische Rüstungsunternehmen zählten dabei nun zu den stärksten in Europa und hätten sich im modernen Krieg bewährt (mehr dazu hier ). Seit Beginn des russischen Angriffskrieges hat die Ukraine massiv in ihre Drohnenindustrie investiert. Sowohl Kyjiw als auch Moskau setzen Drohnen in großem Umfang in dem Krieg ein. Zuletzt attackierten ukrainische Drohnen immer wieder die russische Ölindustrie – mehr hier . Die Ukraine setzte jeden Monat rund 30.000 russische Soldaten außer Gefecht, sagte Selenskyj. Allein im Juni seien es fast 28.000 gewesen – und man habe für jeden einzelnen von ihnen eine Videoaufzeichnung als Beweis. "Die überwiegende Mehrheit wurde von Drohnen getroffen", so Selenskyj. "Erst gestern durchbrachen ukrainische Drohnen die russischen Verteidigungslinien und griffen eine russische Ölraffinerie in Sibirien an." Auch habe sein Land Fähigkeiten zur Abwehr unbemannter Waffensysteme ausgebaut und die Quote bei der Zerstörung russischer des Typs Shahed auf 90 Prozent gesteigert. Er sagte: "Das bedeutet, dass jede Woche Tausende russischer Angriffsdrohnen abgeschossen werden."