Straße von Hormus: USA setzen Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft

Datum07.07.2026 23:26

Quellewww.zeit.de

TLDRDie USA setzen Sanktionen gegen iranisches Öl erneut in Kraft, nachdem der Iran laut US-Angaben für Angriffe auf drei Tanker in der Straße von Hormus verantwortlich ist. Eine zuvor erteilte Ausnahmegenehmigung zum Ölhandel wird widerrufen. Dies geschieht trotz fortlaufender Bemühungen um ein endgültiges Abkommen. Die Ölpreise stiegen infolge der erneuten Eskalation.

InhaltDie USA machen den Iran für Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus verantwortlich. Sie widerrufen deshalb eine Ausnahmegenehmigung zum Verkauf von iranischem Öl. Nach Angriffen auf drei Tanker im Bereich der Straße von Hormus haben die USA ihre Ölsanktionen gegen den Iran wieder eingesetzt. Die US-Regierung machte den Iran für die "völlig inakzeptablen" Angriffe verantwortlich. Das US-Finanzministerium nahm deshalb eine Lizenz zurück, die den Handel mit iranischem Erdöl vorläufig erlaubt hatte. Die Ölpreise für die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich umgehend. Der Iran müsse für sein Vorgehen in der Straße von Hormus Konsequenzen tragen, sagte ein US-Beamter mitteilte. Die iranische Mission bei den Vereinten Nationen reagierte nicht umgehend auf eine Bitte der Nachrichtenagentur AP um Stellungnahme. In den vergangenen Tagen waren nach Angaben der britischen Seefahrtsbehörde UKMTO drei Tanker in der Nähe der Straße von Hormus von unbekannten Geschossen getroffen worden. Der Iran äußerte sich bisher nicht zu den Angriffen. Die Aufhebung der Sanktionen auf iranisches Erdöl ist einer der Kernpunkte des Rahmenabkommens, das der Iran und die USA Mitte Juni unterzeichnet hatten. Die Ausnahmeregel erlaubte dem Iran bis zum 21. August wieder Rohöl und verwandte Produkte zu fördern, zu verkaufen und zu liefern. Ein US-Beamter teilte mit, die Verhandlungsführer arbeiteten trotz der jüngsten Eskalationen weiterhin in gutem Glauben auf ein endgültiges Abkommen mit dem Iran hin. Die Lockerung der Sanktionen sei "vollständig leistungsabhängig", sagte ein US-Beamter. Der Iran werde die Vorteile nur bei "gutem Verhalten" sehen. Der Iran hatte die für den Handel mit Rohöl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus als Reaktion auf die US-israelischen Luftangriffe ab Ende Februar weitgehend gesperrt. Die Vereinbarung mit den USA sieht ihre vollständige Öffnung und die freie Durchfahrt von Tankern vor. Die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus ist ein zentraler Punkt in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein dauerhaftes Kriegsende. Nach Angaben der Weltschifffahrtsorganisation IMO hatte es zuletzt im April vergleichbar viele Angriffe auf Schiffe in der Region an einem einzelnen Tag gegeben. Einer der Tanker befand sich nach UMKTO-Angaben während des Angriffs vor der Küste Omans und geriet infolge des Angriffs in Brand. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, dass die Besatzung des Erdgastankers Warnungen ignoriert habe. Der Angriff wurde in dem Beitrag jedoch nicht durch den Iran reklamiert. Zwei weiteren Schiffe hätten ihre Fahrt trotz geringer Schäden fortsetzen können, Verletzte habe es nicht gegeben, teilte die UKMTO mit. Die Standortdaten hätten nahegelegt, dass die Schiffe auf einer Route vor der Küste Omans oder der Vereingten Arabischen Emirate unterwegs waren, die das Land in Abstimmung mit der UN-Schifffahrtsorganisation IMO festgelegt hat. Katar machte den Iran für mindestens einen Angriff auf ein katarisches Schiff in der Straße von Hormus verantwortlich und den iranischen Vize-Botschafter in dem Golfstaat einbestellt. Madsched al-Ansari, ein Sprecher des Außenministeriums, erklärte auf der Plattform X, der Iran trage die volle rechtliche Verantwortung für den Angriff auf das Schiff "al-Rekajjat" in der Meerenge. Der Iran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine Route vor der iranischen Küste nutzen und schließt auch künftige Gebühren für die Passage nicht aus. Schiffe, die sich nicht an diese Anweisung hielten, hatte die iranische Revolutionsgarde Ende Juni angegriffen. Anschließend griffen die USA wieder Ziele im Iran und der Iran Ziele in Nachbarstaaten an, in denen US-Truppen stationiert sind.