USA setzen Ölsanktionen gegen Iran wieder in Kraft

Datum07.07.2026 22:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA haben die kurz zuvor gelockerten Ölsanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt. Grund ist das Verhalten Teherans in der Straße von Hormus, welches die USA als inakzeptabel bezeichnen. Neue Geschäfte mit iranischem Öl sind untersagt. Die Ausnahmegenehmigung, die Teil einer vorläufigen Vereinbarung zur Ermöglichung von Verhandlungen war, wird zurückgenommen, um den wirtschaftlichen Druck auf Teheran zu erhöhen.

InhaltErst vor rund zwei Wochen lockerten die USA als Teil des Rahmenabkommens Sanktionen auf iranisches Öl. Nun kommt es zur Kehrtwende. Das Verhalten Teherans in der Straße von Hormus sei für die USA "völlig inakzeptabel". Die USA haben die kürzlich gelockerten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Eine vor gut zwei Wochen erteilte Ausnahmegenehmigung werde wieder zurückgenommen, teilte das US-Finanzministerium mit. Neue Geschäfte mit Rohöl, Petrochemie- und Erdölprodukten iranischen Ursprungs sind damit wieder untersagt. Ein US-Regierungsbeamter erklärte, die Ausnahmegenehmigung werde aufgehoben, weil sich das Rahmenabkommen mit Iran an dessen Verhalten orientiere. Iran profitiere nur dann von wirtschaftlichen Erleichterungen, wenn er seinen Verpflichtungen nachkomme. Das Verhalten Teherans in der Straße von Hormus sei für die USA "völlig inakzeptabel". Zuletzt waren mehrere Tanker in der Straße von Hormus angegriffen worden. Teheran hatte sich zunächst nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert oder Verantwortung reklamiert. Iran hatte aber in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, nur die von ihm vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher. Nach dem Angriff auf einen katarischen Flüssiggas-Tanker bestellte Katar den iranischen Vize-Botschafter in dem Golfstaat ein. Der Angriff gefährde die Sicherheit der Schifffahrt und die weltweite Energieversorgung, hieß es in einer Protestnote an Iran der katarischen Nachrichtenagentur QNA zufolge. Die ursprüngliche Ausnahmegenehmigung war am 21. Juni nach Gesprächen zwischen Washington und Teheran  erteilt worden. Damit wurden US-Verbote im Zusammenhang mit Produktion, Lieferung und Verkauf iranischen Rohöls und anderer Erdölprodukte vorübergehend ausgesetzt. Das galt zunächst bis zum 21. August. Die Lockerung war Teil einer vorläufigen Vereinbarung, mit der beide Seiten Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen ermöglichen wollten. Bereits begonnene und zuvor genehmigte Geschäfte dürfen lediglich noch bis zum 17. Juli abgewickelt werden. Neue Käufe oder das Beladen von Schiffen mit iranischem Öl sind nach Angaben des Ministeriums nicht mehr erlaubt. Mit dem Schritt verschärft Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Die Straße von Hormus ist für den Ölhandel enorm wichtig. Weil während des Krieges die Durchfahrt von Tankern faktisch kaum möglich war, waren die Preise weltweit nach oben geschossen. Mit der Ausnahmegenehmigung hatten sich die Energiemärkte zwischenzeitlich beruhigt.