Datum07.07.2026 19:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie EU-Kommission plant strengere Tierschutzregeln für Legehennen und Schweine. Langfristig sollen Legehennen nicht mehr in Käfigen gehalten und männliche Küken nicht mehr getötet werden. Dies wird durch neue Technologien im Brutstadium ermöglicht. Importe aus Drittstaaten sollen denselben Standards unterliegen. Landwirte sollen bei der Umstellung unterstützt werden, auch finanziell. Diese Maßnahmen sind eine Reaktion auf eine frühere Bürgerpetition. Derzeitige Herausforderungen in der Tierhaltung werden ebenfalls thematisiert, und die Förderung heimischer Eiweißpflanzen ist geplant.
InhaltLegehennen sollen langfristig nicht mehr in Käfigen gehalten, männliche Küken nicht mehr systematisch getötet werden: Brüssel nannte für die Vorhaben nun Zielpunkte. Brüssel will noch in diesem Jahr ein Gesetz für die Haltung von Legehennen wie Hähnen und im kommenden Jahr eines für Schweine vorschlagen. Die Aussicht auf strengere Tierschutzregeln stellte die EU-Kommission nun in Aussicht . Eigenen Angaben zufolge will die Kommission erreichen, dass Legehennen langfristig nicht mehr in Käfigen gehalten werden. Ziel sei es außerdem, männliche Küken nicht mehr systematisch zu töten. Mittlerweile ist es technisch möglich, schon im Brutstadium das Geschlecht von Hühnerembryonen festzustellen, wie eine EU-Beamtin sagte. Für Importeure aus Staaten außerhalb der EU sollen den Angaben zufolge die gleichen Standards gelten, sobald neue Regeln in Kraft treten. Landwirte sollen zudem bei der Umstellung unterstützt werden, etwa durch Förderprogramme. Die Kommission werde mit der Europäischen Investitionsbank prüfen, ob bei Tierschutzmaßnahmen ein bevorzugter Zugang zu Darlehen möglich sei, hieß es weiter. Als Reaktion auf eine Bürgerpetition hatte Brüssel schon vor Jahren versprochen, die Regeln für die Tierhaltung zu verschärfen. Seitdem hat die Kommission aber nur ein Gesetz für Tiertransporte vorgelegt, das wegen Streitigkeiten zwischen den 27 EU-Staaten und dem Europaparlament noch nicht beschlossen ist. Bauernverbände befürchten, dass strengere Regeln die Kosten für Tierhalter in die Höhe treiben. Die Tierhaltung macht laut Kommission 40 Prozent der Wertschöpfung der EU-Landwirtschaft aus, erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 400 Milliarden Euro und gibt 7 Millionen Menschen Arbeit. Doch unter anderem Tierkrankheiten, Klimawandel, Marktveränderungen, hohe Produktionskosten und ein Mangel junger Landwirte seien Herausforderungen. Die Brüsseler Behörde teilte zudem mit, den Anbau von Eiweißpflanzen in Europa fördern und deren Wettbewerbsfähigkeit verbessern zu wollen. Sie haben aufgedeckt, wie qualvoll Schweine vor der Schlachtung betäubt werden. Jetzt sollen sie Schadensersatz an den Schlachthof zahlen. Lesen Sie hier mehr zum Fall der Tierschützer Anna Schubert und Hendrik Haßel.