Datum07.07.2026 18:43
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Zahl der Bürgerbeschwerden gegen die Polizei in NRW stieg 2025 um 29 Prozent auf 4418. Innenminister Reul sieht darin trotz der Zunahme eine positive Bilanz, da die Zahl gemessen an Millionen Einsätzen gering sei und die Polizei rechtsstaatlich arbeite. Die Mehrzahl der Beschwerden betrifft Verhalten und Kommunikation, nur elf Fälle handelten von möglicher Polizeigewalt, und 52 von Diskriminierungsvorwürfen, welche mehrheitlich nicht bestätigt wurden. Das Ministerium vermutet KI hinter vielen Eingaben.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bericht für 2025“. Lesen Sie jetzt „Beschwerden gegen Polizei in NRW steigen um 29 Prozent“. Die Bürger in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Beschwerden gegen Polizeikräfte eingelegt als noch 2024. Dennoch zieht der zuständige Innenminister eine positive Bilanz. Der "WAZ" sagte Herbert Reul (CDU) als Dienstherr: "Die Zahlen zeigen es schwarz auf weiß: Unsere Polizistinnen und Polizisten leisten tagtäglich hervorragende Arbeit - unter oft schwierigsten Bedingungen." Laut Beschwerdebericht 2025, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, gingen im vergangenen Jahr 4418 Beanstandungen von Bürgern beim Land ein. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von knapp 29 Prozent. Das Innenministerium beklagt eine große Anzahl von Mehrfach-Eingaben und vermutet dahinter den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Gemessen an der Zahl der Einsätze insgesamt sei das aber ein geringes Aufkommen, so Reul. "Wer bei fünf Millionen Einsätzen im Jahr nur in 0,08 Prozent der Fälle eine Beschwerde provoziert, arbeitet rechtsstaatlich sauber und professionell." Und: "Jede berechtigte Kritik nehmen wir ernst und gehen ihr konsequent nach - aber die Fakten widerlegen jedes pauschale Misstrauen gegenüber unserer Polizei." Seit dem Jahr 2021 werden die Beschwerden landesweit erfasst. Dabei wird Kritik ebenso registriert wie Lob und Dank. Für 2025 wurden 2772 Fälle abschließend bearbeitet und bewertet. 5,6 Prozent davon wurden als begründete Eingaben anerkannt. Der Großteil betrifft das Auftreten und die Kommunikation der Beamten. Bei elf Fällen ging es um mögliche Polizeigewalt. Laut "WAZ" wurde keiner dieser Fälle von der Staatsanwaltschaft bestätigt. 20 Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. 52 Mal ging es um Diskriminierungsvorwürfe, von denen am Ende keiner bestätigt wurde. Hier steht noch die abschließende Prüfung von 36 Fällen aus. © dpa-infocom, dpa:260707-930-349136/1