Datum07.07.2026 18:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRRudi Völler kritisiert Julian Nagelsmanns Kommunikation während der WM, die zu schlechter Stimmung in der DFB-Auswahl führte. Er bedauert, dass die "Wucht der Fotos" unterschätzt wurde, verteidigt aber Nagelsmanns Ernennung als Glücksfall. Völler
InhaltRudi Völler hat die Kommunikation des bisherigen Bundestrainers Julian Nagelsmann bei der WM kritisiert. Man habe zudem "die Wucht und die Macht der Fotos" unterschätzt. Trotzdem verteidigt Völler Nagelsmanns Berufung. Rudi Völler hat den zurückgetretenen Bundestrainer Julian Nagelsmann für seine Kommunikation kritisiert. Wie Nagelsmann Entscheidungen verkündete, hätte in der Mannschaft zu schlechter Stimmung geführt. Am Ende habe es "keine Basis mehr" für eine Zusammenarbeit gegeben. Das sagte der DFB-Sportchef in einem gemeinsamen Interview von ARD, "Bild", "Frankfurter Rundschau", der "Funke Mediengruppe", "Kicker" und "Süddeutscher Zeitung". Unterschätzt habe man zudem "die Wucht und die Macht der Fotos", sagte Völler. Er verwies auf "dieses ominöse Foto von Lena auf dem Fahrrad, das hat der Sache nicht gutgetan". Was er meinte: Nagelsmanns Ehefrau war während der WM auf Bildern beim Radeln zum Training zu sehen. Manche Medien und Experten hatten nach dem WM-Aus kritisiert, dass die Spieler von ihren Frauen und Familien abgelenkt gewesen wären. "Aber deswegen haben wir nicht drei Elfmeter verschossen gegen Paraguay." Die Kritik am Team-Quartier ("langweilig") wies Völler dagegen zurück. Die Unterkunft sei "immer nur so gut, wie am Ende die Platzierung war." Die Trainingsbedingungen seien sensationell gewesen, "auf das Quartier lasse ich nichts kommen." WM-Überraschung Norwegen habe ganz in der Nähe gewohnt und sei nicht wie die DFB-Elf in der ersten K.-o.-Runde gescheitert. Das dritte frühe WM-Aus in Serie sei vielmehr "kein Zufall. Auf gewissen Positionen sind wir auch nicht mehr absolut top, absolute Weltklasse. Daran muss man arbeiten." Das soll Völler, der seinen Vertrag beim DFB bis 2028 erfüllen wird, künftig mit Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp tun. Trotzdem verteidigte er Nagelsmann noch einmal vehement. Er werde "niemals etwas anderes sagen, als dass es ein Glücksfall war, ihn zu bekommen", sagte Völler. Völler hatte Nagelsmann im September 2023 nach der Trennung von Hansi Flick als "Wunschlösung" für den Job als Nationaltrainer gewonnen. "Julian hat leider diesen Kredit, den er relativ lange hatte, schon vor der WM und dann auch während der WM nicht mehr gehabt. Das empfand ich als ein bisschen ungerecht", so Völler weiter. Das WM-Aus ist die Geschichte eines Selbstbetrugs und die eines Trainers, der sich verloren hat. So sprechen sie jetzt beim DFB über Nagelsmann. Die SPIEGEL-Rekonstruktion.