Reedereien: Widerstand aus Israel gegen Hapag-Lloyd-Übernahme von Konkurrent ZIM

Datum07.07.2026 17:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRHapag-Lloyd plant die Übernahme des israelischen Konkurrenten ZIM für 4,2 Milliarden Dollar, um seine globale Stellung zu stärken. Premierminister Netanyahu und Verteidigungsminister Katz lehnen den Deal offenbar ab, da Staatsfonds aus Katar und Saudi-Arabien bedeutende Anteile an Hapag-Lloyd halten. Es bestehen zudem Bedenken hinsichtlich einer Einschränkung von ZIMs Mittelmeerrouten. Israels Botschafter wirbt hingegen für die strategische Zusammenarbeit.

InhaltDeutschlands größte Containerreederei will sich durch einen Milliardendeal stärken. Doch die Übernahme des Rivalen ZIM ist in Israel umstritten. Premier Netanyahu spricht sich offenbar dagegen aus. Hapag-Lloyd will den israelischen Konkurrenten ZIM übernehmen. Für das Unternehmen mit Sitz im Mittelmeerhafen Haifa will Hapag-Lloyd 4,2 Milliarden Dollar auf den Tisch legen, hieß es in einer Mitteilung im Februar. Doch nun wackelt der Deal offenbar. Medienberichten zufolge haben sich sowohl Premierminister Benjamin Netanyahu als auch Verteidigungsminister Israel Katz gegen das Geschäft unter diesen Bedingungen ausgesprochen. Darüber berichtet auch das "Hamburger Abendblatt" . Demnach ist der Auslöser der Bedenken die Eigentümerstruktur von Hapag-Lloyd. Die Staatsfonds von Katar und Saudi-Arabien halten über zwanzig Prozent an der deutschen Reederei. Die "Deutsche Verkehrs-Zeitung"  bezieht sich auf das israelische Wirtschaftsmedium "Calcalist", wonach das Verteidigungsministerium auch befürchte, dass sich das Unternehmen dann weitgehend auf Mittelmeerrouten beschränken würde und seine Verbindungen unter anderem in die USA und nach Asien einschränken würde. Ron Prosor, Israels Botschafter in Deutschland, wirbt im "Abendblatt" für den Zusammenschluss. Die neue Partnerschaft werde die "strategische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel stärken". Auch Hapag-Lloyd äußerte sich in der Zeitung. Aus der Zentrale hieß es demnach: "Es gilt unverändert: Wir haben ein verbindliches Merger-Agreement mit ZIM, zu dem die Aktionäre des Unternehmens zugestimmt haben, und wir arbeiten derzeit mit verschiedenen Aufsichtsbehörden daran, die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten." Mit dem Deal will Deutschlands größte Containerreederei ihre Stellung auf dem Weltmarkt weiter ausbauen und das Geschäft in der Region verstärken. Der Vollzug der Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Staates Israel, hieß es bereits im Februar. ZIM ist ‌die zehntgrößte Containerreederei weltweit, Hapag-Lloyd die Nummer fünf. Durch den Zusammenschluss hätte Hapag-Lloyd ‌eine Flotte von über 400 Schiffen, eine ‌Kapazität ​von mehr als drei Millionen Standardcontainern (TEU) und ein jährliches Transportvolumen von mehr als ​18 Millionen ⁠TEU.