Datum07.07.2026 17:10
Quellewww.zeit.de
TLDRNach einem millionenschweren Einbruch zahlt die Gelsenkirchener Sparkasse nun ihren Schließfachkunden bis zu 10.300 Euro pro Fach aus. Parallel werden zurückgelassene Wertgegenstände und Dokumente an die Eigentümer zurückgegeben. Der Gesamtschaden liegt im dreistelligen Millionenbereich. Kunden klagen vor dem Landgericht Essen, da sie höhere Beträge in ihren Fächern vermuten und der Bank Sicherheitsmängel vorwerfen, was die Sparkasse bestreitet. Die Rückgabe der Gegenstände und die damit verbundenen Schadensanpassungen werden noch Monate dauern.
InhaltNach dem millionenschweren Einbruch beginnt die Gelsenkirchener Sparkasse mit dem Schadensausgleich für ihre Schließfachkunden. Pro Fach gibt es maximal 10.300 Euro. Gut sechs Monate nach dem spektakulären Einbruch bei einer Gelsenkirchener Sparkasse startet die Bank in dieser Woche mit dem Schadensausgleich für ihre Schließfachkunden. Wie in den Mietverträgen vereinbart würden maximal 10.300 Euro pro Schließfach ausgezahlt, teilte die Bank mit. Parallel laufe weiterhin die Rückgabe der vielen Tausend Wertsachen, Dokumente und persönlichen Gegenstände, die die Einbrecher im verwüsteten Tresorraum zurückgelassen hatten. Hiermit hatte die Bank schon Anfang Mai begonnen. Nach Weihnachten 2025 waren Unbekannte über eine Tiefgarage in einen Archivraum der Bank und von dort aus mit einem gewaltigen Spezialbohrer in den Tresorraum gelangt. Sie brachen fast alle rund 3.100 Schließfächer auf und verschwanden mit ihrer Beute. Der Gesamtschaden könnte sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen. Beim Landgericht Essen laufen mehrere Zivilklagen von Kunden gegen die Sparkasse. Die Kläger geben an, deutlich höhere Summen als 10.300 Euro in ihren Fächern gehabt zu haben. Sie werfen der Bank gravierende Versäumnisse bei den Sicherheitsvorkehrungen vor. Die Sparkasse weist die Vorwürfe zurück. Mitte Juni hatten die ersten Prozesse begonnen. An diesem Donnerstag steht ein weiterer Verhandlungstag an. Sollten bei der Rückgabe von zurückgelassenen Gegenständen Bargeld oder Wertsachen Kunden zugeordnet werden, werde sich deren finanzieller Schadensausgleich möglicherweise entsprechend verringern, teilte die Bank mit. Man wolle aber mit den Auszahlungen nicht warten, bis alle Rückgaben beendet sind. Bis zu 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind den Angaben nach mit der Rückgabe von Gegenständen beschäftigt. Dennoch werde sie noch Monate dauern. 400 Übergabetermine seien bislang erfolgt oder vereinbart worden.