Datum07.07.2026 16:51
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Nordische Kombination nach über 100 Jahren aus dem Olympia-Programm gestrichen. Als Gründe nannte das IOC mangelnde internationale Verbreitung, wenige konkurrenzfähige Nationen und geringe Zuschauerreichweite. Die Sportart war seit 1924 olympisch. Zwar wurde eine Aufnahme der Frauen für 2030 diskutiert, doch die Entscheidung betrifft nun beide Geschlechter. Dies bedroht die Zukunft der Athleten, da Förderungen und Sponsoren oft von der Olympiateilnahme abhängen.
InhaltDas Olympia-Aus der "NoKo" nach über 100 Jahren ist besiegelt. Die Sportart sei zu unbeliebt, heißt es vom IOC. Die Existenz der Sportlerinnen und Sportler ist nun bedroht. Die Nordische Kombination ist nach mehr als 100 Jahren nicht mehr Teil des Programms der Olympischen Winterspiele. Das Internationale Olympische Komitee strich die Sportart aus Skispringen und Skilanglauf aus dem Wettkampfplan für die Spiele 2030 in den französischen Alpen. Weiterhin dabei ist der Parallel-Riesenslalom der Snowboarder, der ebenfalls auf dem Prüfstand gestanden hatte. Die "NoKo" war seit der Winterspiel-Premiere 1924 in Chamonix dabei, allerdings wurde die "Königsdisziplin" des Wintersports vor Jahren schon angezählt. Das IOC formulierte einige Kritikpunkte: zu geringe internationale Verbreitung, begrenzte Zahl konkurrenzfähiger Nationen und vergleichsweise geringe globale Zuschauerreichweite. "Hinsichtlich der meisten Beliebtheitsindikatoren belegte die Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014, PyeongChang 2018, Peking 2022 und Mailand-Cortina 2026 den letzten Platz unter allen Disziplinen. Bei den jüngsten Olympischen Winterspielen rangierte sie bei 11 der 14 untersuchten Beliebtheitsindikatoren auf dem letzten Platz", teilte das IOC nun mit. Athletinnen und Athleten sowie die Verbände hatten für einen Verbleib beim wichtigsten Sportereignis der Welt gekämpft. Auch Deutschlands beste Kombiniererin Nathalie Armbruster hatte monatelang für den Erhalt ihrer Sportart und die Hinzunahme der Frauen geworben. Frauen waren in den 102 Jahren nie dabei. Es war bis zu diesem Jahr die letzte Sportart der Winterspiele, in der Frauen kein Startrecht haben. Auch im Februar in Mailand und Cortina durften die Frauen nicht starten. Damals hieß es, dass bei den nächsten Spielen 2030 entweder Frauen und Männer dabei sind – oder niemand. Es ist unklar, wie es nun für die Sportler und Sportlerinnen weitergeht. Förderungen werden teilweise nur genehmigt, wenn Sportarten olympisch sind. Auch Sponsoren orientieren sich daran. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bedauert die Entscheidung des IOC. "Ich teile die Enttäuschung der Athletinnen und Athleten, die über Jahre mit großer Disziplin, Leidenschaft und Entbehrung auf die Verwirklichung ihres olympischen Traums hingearbeitet haben und nun zunächst mit dieser Entscheidung leben müssen", sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert. Zugleich müsse man anerkennen, dass das IOC das olympische Programm im Sinne zukunftsfester Spiele an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss, hieß es weiter.