Datum07.07.2026 16:48
Quellewww.spiegel.de
TLDRDonald Trump bemüht sich nach Kritik an Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni um Versöhnung, nennt sie nun "nett". Gleichzeitig wirft er europäischen Nato-Partnern mangelnde Unterstützung vor und droht mit Abzug der US-Truppen aus Europa. Trump bekräftigt seine Ansprüche auf Grönland und sorgt damit zu Beginn des Nato-Gipfels für Unruhe.
InhaltNoch vor wenigen Tagen hat US-Präsident Donald Trump Italiens Ministerpräsidentin auf Truth Social verhöhnt. Nun bemüht er sich, den Zwist mit Giorgia Meloni zu glätten. Die Europäer geht er dagegen an. US-Präsident Donald Trump hat sich zu Beginn des Nato-Gipfels in Ankara zu einer Reihe von Themen geäußert – darunter Grönland, Europa und Giorgia Meloni. Im Zusammenhang mit Italiens Ministerpräsidentin bemühte er sich, den Zwist mit der rechten Regierungschefin zu relativieren. "Ich finde sie eigentlich nett", sagte er bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Zuvor hatte er Meloni in einem Truth-Social-Post verhöhnt. (Lesen Sie hier mehr dazu.) Zugleich nutzte Trump die Gelegenheit, um Meloni mangelnde Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus vorzuwerfen – und nicht nur ihr: "Ich war sehr enttäuscht von der Nato", sagte er mit Blick auf die europäischen Nato-Partner. Und: "Wir könnten alle unsere Soldaten aus Europa abziehen." Trump bekräftigte seine immer wieder vorgebrachte Kritik, die europäischen Partner hätten die USA im Irankrieg hängen gelassen. Explizit erwähnte er dabei Großbritannien, Italien, Deutschland und Frankreich. Mit seinen Äußerungen gefährdet Trump gleich zu Beginn des Gipfels das Signal der Geschlossenheit, welches die Nato nach außen senden will: Für ihre Abschreckungsfähigkeit ist es zentral, dass die 32 Mitgliedstaaten Einigkeit demonstrieren. Der US-Präsident hatte zuletzt immer wieder Sorgen befeuert, er könnte auch auf dem Nato-Gipfel für einen Eklat sorgen. Auch wiederholte Trump seine Besitzansprüche auf das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland. Es bleibe dabei, dass die weltgrößte Insel von den Vereinigten Staaten und nicht von Dänemark kontrolliert werden sollte, sagte er – drohte aber keine konkreten Handlungen an. Trump reiste nur widerwillig zum Nato-Gipfel in Ankara. Im Vorfeld war spekuliert worden, ob es ein Schicksalstreffen für die transatlantische Allianz werden würde. Lesen Sie hier , welche fünf Player im Mittelpunkt stehen.