Kriminalität: Geldwäsche im großen Stil? Prozess gegen sechs Angeklagte

Datum07.07.2026 15:53

Quellewww.zeit.de

TLDRSechs Personen, darunter fünf Familienmitglieder, stehen in Berlin wegen Geldwäsche im

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität“. Lesen Sie jetzt „Geldwäsche im großen Stil? Prozess gegen sechs Angeklagte“.    Über ein kriminelles Netzwerk soll im großen Stil mit falschen Rechnungen Geld gewaschen worden sein: Fünf Mitglieder einer Familie sowie ein weiterer Mann stehen in einem Prozess um Geldwäsche und weitere Straftaten vor dem Berliner Landgericht. Sie sollen insgesamt rund 12 Millionen Euro erlangt haben. Ob sich die Angeklagten zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zu Prozessbeginn zunächst offen. Angeklagt ist ein 53-jähriger Mann, seine Ehefrau sowie zwei gemeinsame Söhne im Alter von 26 und 26 Jahren. Mitangeklagt sind zudem ein jüngerer Bruder des 53-Jährigen sowie ein 26-Jähriger. Mehreren Angeklagten wird auch Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt.  Der Gruppierung wird unter anderem vorgeworfen, sogenannte Abdeck- und Scheinrechnungen gewerblich verkauft zu haben. "Ein Geschäftsfeld war es, Leistungen zur Verschleierung von Schwarzarbeit und zur Ermöglichung von Steuerhinterziehung anzubieten", heißt es in der Anklage. So seien Gewerbetreibende auf Bestellung mit Scheinrechnungen für vermeintliche Subunternehmerarbeiten sowie Barquittungen versorgt worden.  Abnehmern sei es zudem ermöglicht worden, die fiktiven Rechnungssummen auf Konten zahlreicher Servicegesellschaften zu überweisen, so die Anklage. Überwiesene Gelder seien dann abzüglich einer Provision zurückerstattet worden. Die Angeklagten sollen über eigens dafür gegründete Gesellschaften agiert haben. Von Januar 2021 bis Dezember 2025 seien Scheinrechnungen in einem Wert von insgesamt rund 174 Millionen Euro ausgestellt worden. Ziel des An- und Verkaufs von Schein- und Abdeckrechnungen ist die Schaffung eines Schwarzgeldkreislaufs, um Sozialabgaben und Steuern zu umgehen. Den Angeklagten wird neben Geldwäsche unter anderem Beihilfe zum Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt und Beihilfe zur Steuerunterziehung vorgeworfen. Vier der Männer befinden sich seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bislang 28 weitere Verhandlungstage bis Ende Oktober terminiert. © dpa-infocom, dpa:260707-930-347997/1