Datum07.07.2026 15:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRBei einem Brand in einem Reutlinger Umspannwerk wurden Autoreifen als Brandmittel eingesetzt. Ermittler gehen von Brandstiftung aus, bei der Täter auf das Gelände eindrangen und Feuer legten. Dies führte zu einem Stromausfall bei Zehntausenden Haushalten und beeinträchtigte auch ein Krankenhaus. Die Reparaturkosten belaufen sich auf mehrere Millionen Euro. Ermittlungen prüfen auch mögliche weitere Sabotageversuche an Stromanlagen in der Region, auch im Kontext mutmaßlicher linksextremer Anschläge in Berlin.
InhaltZehntausende Haushalte sind Anfang Juni nach einem Brand in Reutlingen ohne Strom geblieben. Bereits früh vermuteten die Ermittler Brandstiftung. Nun präsentierten sie neue Details. Beim Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen sind Autoreifen als Brandmittel verwendet worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Die technischen Untersuchungen zur mutmaßlichen Brandstiftung seien weitgehend abgeschlossen. Zudem würden Hinweise auf verdächtige Beobachtungen überprüft sowie Zeugen vernommen. Welcher Brandbeschleuniger verwendet wurde, wollte die Generalstaatsanwaltschaft noch nicht sagen. Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. In der Folge war das Umspannwerk ausgefallen, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Nach SPIEGEL-Informationen hatten sich schnell Hinweise auf Brandstiftung verdichtet, nachdem ein möglicher Brandbeschleuniger entdeckt worden war. Ein oder mehrere Täter waren nach Erkenntnissen der Ermittler auf das Gelände eingedrungen und hatten gleich an mehreren Stellen Feuer gelegt. Auch der Zaun der Anlage war beschädigt worden. Nach dem Feuer waren zeitweise Zehntausende Menschen über Stunden ohne Strom. Auch ein Krankenhaus sowie Industrie- und Gewerbekunden waren betroffen. Die Reparaturkosten dürften sich früheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren. Das Brandgeschehen hatte überregional für großes Aufsehen gesorgt. Zuvor hatten mutmaßlich Linksextreme in Berlin mehrfach Brandanschläge verübt. Bei einem Vorfall verloren 45.000 Haushalte die Stromversorgung. Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag in Baden-Württemberg prüfen Ermittler auch Hinweise auf weitere mögliche Sabotageversuche an Stromanlagen in der Region. Es gebe Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Orten, hatte ein Sprecher der Anklagebehörde mitgeteilt. Diese würden nun untersucht und man versuche, zeitliche Eingrenzungen vorzunehmen. Konkrete Orte könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.