Altlast: Munitionsbergung aus dem Meer – Millionen für neues Zentrum

Datum07.07.2026 15:03

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Bund stellt langfristig finanzielle Mittel für die Munitionsbergung aus deutschen Meeresgewässern bereit. Ein neues Kompetenzzentrum in Rostock soll die Räumung von rund 1,6 Millionen Tonnen Kriegsmunition unterstützen, davon 300.000 Tonnen in der Ostsee. Für die ersten sechs Jahre ist die Finanzierung gesichert, danach stehen jährlich 50 Millionen Euro für Unterhaltskosten zur Verfügung. Ministerpräsidentin Schwesig betont die Dringlichkeit für Umwelt- und Klimaschutz.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Altlast“. Lesen Sie jetzt „Munitionsbergung aus dem Meer – Millionen für neues Zentrum“. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die Zusage des Bundes begrüßt, langfristige finanzielle Mittel für die Munitionsbergung aus dem Meer bereitzustellen. "Die Finanzierung für das neue Kompetenzzentrum für die Munitionsbergung ist gesichert", sagte Schwesig nach einer auswärtigen Kabinettssitzung ihrer Landesregierung in Berlin. Der Bund habe Mittel für die kommenden sechs Jahre zugesagt, sodass mit der Munitionsräumung begonnen werden könne. Das neue Kompetenzzentrum des Bundes in Rostock zur Munitionsbergung aus dem Meer soll die Bergung von insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Kriegsmunition in deutschen Hoheitsgewässern vorantreiben. Ein Aufbaustab arbeitet nach Angaben des Bundesumweltministeriums bereits. Ab Mitte 2028 soll auch eine schwimmende Industrieplattform eingesetzt werden. Die Bundesregierung unterstützt die Bergung bisher mit einem Sofortprogramm, zu dem sie 100 Millionen Euro beisteuert. Nun sei das Vorhaben auch langfristig finanziert, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der ebenfalls an der Kabinettssitzung teilnahm. "Für die darauffolgenden Bergungskosten, also die Unterhaltskosten, stehen 50 Millionen Euro jährlich zur Verfügung." Schwesig nannte die Finanzierungszusage ein wichtiges Signal auch für den Umwelt- und Klimaschutz, es gehe um eine saubere Ostsee. "Wir haben keine Zeit mehr. Das Zeug rostet vor sich hin in der Ostsee und ist wirklich giftig. Und deswegen fangen wir jetzt an." "Es wird noch ein bisschen dauern, um genau zu sehen, wie viel pro Jahr auch tatsächlich geborgen werden kann", sagte Schneider. Der Bund werde als Erstes in Vorleistung treten und die Finanzierung sicherstellen und dann mit den Ländern in Gespräche gehen. Man werde alles daran setzen, die Ostsee so schnell wie möglich von der Altlast zu befreien. Er sprach von 300.000 Tonnen Munition allein in der Ostsee. "Die Uhr tickt." © dpa-infocom, dpa:260707-930-347477/1