Autobiografie: Chrupalla stellt Buch vor und verteidigt AfD-Doppelspitze

Datum07.07.2026 13:41

Quellewww.zeit.de

TLDRAfD-Chef Tino Chrupalla verteidigte auf der Vorstellung seiner Autobiografie die Parteidoppelspitze mit Alice Weidel und verwies auf gestiegene Wahlergebnisse. Er betonte ihre gute Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher Ansichten und lehnte eine Lagerbildung im Parteivorstand ab. In seinem Buch beschreibt Chrupalla seinen Weg vom Handwerker in die Politik und plädiert für mehr Anerkennung des Handwerks. Er riet Parteikollegen zum Abschluss einer Berufsausbildung vor dem politischen Einstieg und bezeichnete sein Buch als KI-frei.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Autobiografie“. Lesen Sie jetzt „Chrupalla stellt Buch vor und verteidigt AfD-Doppelspitze“. Nach dem AfD-Parteitag in Erfurt hat sich AfD-Chef Tino Chrupalla gegen eine Abschaffung der Doppelspitze in seiner Partei gestellt. Bei der Vorstellung seiner Autobiografie "Handwerk - Meister - Politik" in Berlin verwies der Politiker aus Sachsen auf Erfolge der vergangenen Jahre im Führungsduo mit Alice Weidel.  "Warum soll man dieses Erfolgsmodell infrage stellen", sagte er. "Da habe ich so ein bisschen den Eindruck, der Kuh geht's zu gut, jetzt geht sie aufs Eis Schlittschuhlaufen." Die AfD habe ihre Wahlergebnisse in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt. Die Wahlergebnisse beim Parteitag - Weidel ging gestärkt daraus hervor, Chrupalla mit einem Dämpfer - wurden als Fingerzeig auf eine mögliche Einzelspitze gedeutet. Chrupalla sprach zwar von einer berechtigten Frage und äußerte die Erwartung, dass es darüber in den kommenden Jahren eine neue Diskussion und auch eine Entscheidung geben könnte, brachte aber gleichzeitig seine Skepsis zum Ausdruck: "Wenn die Partei sagt, wir wollen jetzt eine Einerspitze haben, muss die Frage ja auch gestattet sein, werden wir dann noch erfolgreicher? Schaffen wir dann 40 Prozent im Bund?" Chrupalla betonte erneut ein gutes Verhältnis zu Weidel. In seinem Buch schreibt er, nach vier Jahren gemeinsamer Arbeit an der Parteispitze habe er diese "richtig gern". Man teile "immer noch nicht" alle Inhalte, aber verstehe sich mittlerweile wortlos. Eine Einteilung des neuen Bundesvorstandes in verschiedene Lager lehnte Chrupalla ab. Er komme mit allen Vorstandsmitgliedern "wunderbar klar". Lager veränderten sich ohnehin immer wieder. Bei der Vorstandswahl in Erfurt waren vor allem Unterstützer Weidels erfolgreich.  In seinem Buch beschreibt Chrupalla seine Kindheit in der DDR und schildert seinen Weg vom Malermeister in die Politik. Bei der Vorstellung warb er für mehr Anerkennung des Handwerks. Wer keine akademische Bildung habe, werde immer noch ein Stück weit belacht. Die Missachtung gegenüber diesem "Klientel" sei hoch - "teilweise auch in meiner Partei". Er wünsche sich, dass mehr Menschen mit handwerklichem Hintergrund in die Politik gingen.  Chrupalla appellierte auch an Mitglieder der eigenen Partei, vor dem Gang in die Politik einen Beruf oder ein Studium abzuschließen. "Meine Knie sind nicht kaputt, weil ich, wie gesagt, anderen Politikern oder Freunden oder sonstwo hintenrein kriechen musste. Meine Knie sind kaputt, weil ich eben 60, 70.000 Quadratmeter Fußboden und Estrich verlegt habe", sagte der AfD-Chef.  Seine Autobiografie, die er nach eigenen Angaben mit Hilfe eines Ghostwriters über etwa ein Jahr geschrieben hat, sei ohne KI entstanden. "Das ist ein KI-freies Buch", sagte Chrupalla. © dpa-infocom, dpa:260707-930-346922/1