Datum07.07.2026 12:53
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft für einen 26-Jährigen, der einen Zugbegleiter bei einer Fahrkartenkontrolle tötete. Der Angeklagte soll den Schaffner angegriffen haben, nachdem dieser ihn aufgefordert hatte, den Regionalexpress zu verlassen. Der 36-jährige Schaffner starb zwei Tage später an den Folgen der Schläge. Die Staatsanwaltschaft sieht eine Körperverletzung mit Todesfolge, jedoch keinen Tötungsvorsatz.
InhaltAnfang Februar wurde ein Zugbegleiter bei einer Kontrolle angegriffen und starb daraufhin. Für den mutmaßlichen Täter fordert die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft. Im Prozess um einen getöteten Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz fordert die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft für den Angeklagten. Der 26-Jährige habe sich der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht, sagte Staatsanwalt Christian Horras in seinem Plädoyer am Landgericht Zweibrücken. Die Tat sei "ein völlig sinnfreier Ausraster" aus einem nichtigen Grund gewesen: Der Angeklagte habe dem Schaffner Anfang Februar bei einer Fahrkartenkontrolle nahe Landstuhl (Westpfalz) mit den Fäusten so heftig gegen den Kopf geschlagen, dass dieser zwei Tage später im Krankenhaus starb. Der Angeklagte hatte keinen Fahrschein und wollte sich nicht ausweisen. Daraufhin forderte ihn der Zugbegleiter auf, den Regionalexpress zu verlassen, berührte ihn dabei leicht – und es kam zum Angriff. Nach Ansicht des Staatsanwalts lässt sich ein Tötungsvorsatz des Angeklagten bei der Tat nicht erkennen. Der Angeklagte "habe zugeschlagen, um sein Opfer zu verletzen und um ihm eine Lektion zu erteilen", sagte Horras. Er habe bei der Tat aber nicht damit gerechnet, dass der Zugbegleiter stirbt. Der 36 Jahre alte Zugschaffner Serkan Çalar aus Ludwigshafen starb am 4. Februar an einer Hirnblutung. Er war der älteste von fünf Brüdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern.