Mehr als 200.000 gefälschte Kondome in Europa auf dem Markt

Datum07.07.2026 12:48

Quellewww.spiegel.de

TLDRMehr als 200.000 gefälschte Kondome aus China sind in Europa aufgetaucht, die eine bekannte Marke imitierten. Diese unsicheren Produkte, die als Spielzeug getarnt wurden, um Kontrollen zu umgehen, erfüllen nicht die EU-Qualitätsstandards für Medizinprodukte und bergen ein hohes Risiko für die Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten. Olaf und Zollbehörden in Rumänien, Serbien und Spanien beschlagnahmten die Ware mit einem Marktwert von über 200.000 Euro.

InhaltSicher ist sicher: In der EU gelten für Kondome hohe Qualitätsanforderungen. Nun wurden Tausende Verhütungsmittel aus China ohne Prüfung und mit falschem Logo angeboten. In Europa sind mehr als 200.000 gefälschte Kondome aus China angeboten worden. Die Verhütungsmittel seien unter dem Namen und mit dem Logo einer bekannten Marke vertrieben worden, heißt es in einer Mitteilung des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (Olaf) . Den genauen Markennamen nannte die Behörde mit Sitz in Brüssel auf Anfrage nicht. "Gefälschte Kondome sind gefährlich. Sie sind nicht getestet, unkontrolliert und unsicher", sagte Olaf-Direktor Petr Klement der Mitteilung zufolge. Solche Produkte ermöglichten die Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten. In Europa gelten Kondome als Medizinprodukt und unterliegen strengen Standards. Die gefälschten Präservative erfüllen der Behörde zufolge nicht die EU-Qualitätsanforderungen für medizinische Güter, wenn es etwa um Tests auf Haltbarkeit, Stabilität oder Verunreinigungen geht. Die europäische Behörde hat die Schmuggelroute der falschen Kondome ausfindig gemacht, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Demnach untersuchte Olaf gemeinsam mit Zollbehörden in Rumänien, Serbien und Spanien beschlagnahmte Produkte, nachdem sie erste Hinweise von nationalen Behörden erhalten hatte. Die gefälschten Kondome mit einem geschätzten Marktwert von mehr als 200.000 Euro stammten aus der gleichen Quelle aus China. Sie seien fälschlicherweise als Spielzeuge ausgegeben worden – offenbar um die Kontrollen der nationalen Behörden zu umgehen. Die Exporteure der Ladungen habe Olaf in Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden ausfindig machen können. Fehlerhafte Verhütungsmittel haben drastische Folgen. Bei Hunderten Frauen in Deutschland sind fehlerhafte Kupferspiralen des Herstellers Eurogine gebrochen. Die Produkte wurden aber nicht vom Markt genommen, Warnungen nicht verbreitet. Manche Frauen wurden ungewollt schwanger. Lesen Sie hier  mehr über das Schicksal von Betroffenen.