Datum07.07.2026 10:36
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Staatsanwaltschaft Kiel hat Anklage wegen Totschlags gegen den Ehemann der seit über einem Jahr vermissten 44-Jährigen aus Noer erhoben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau in ihrem Einfamilienhaus getötet wurde. Der 50-jährige Ehemann war bereits im Juni aufgrund eines Haftbefehls festgenommen worden. Sein Anwalt hat Beschwerde eingelegt und fordert die Freilassung seines Mandanten, da es keine handfesten Indizien und keine Leiche gebe. Das Landgericht muss nun über die Anklage und die Haftprüfung entscheiden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verdacht auf Totschlag“. Lesen Sie jetzt „Anklage im Fall der vermissten Frau aus Noer“. Im Fall der vermissten 44-Jährigen aus Noer (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat die Kieler Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags gegen den Ehemann erhoben. "Wir gehen davon aus, dass sie im Einfamilienhaus in Noer getötet wurde", sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler der Deutschen Presse-Agentur. Die Anklageschrift sei vom 2. Juli. Über eine Zulassung der Anklage muss das Kieler Landgericht aber erst noch entscheiden. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet. Im Juni hatten Einsatzkräfte einen Haftbefehl wegen Verdachts auf Totschlag gegen den 50 Jahren alten Ehemann vollstreckt. Sein Anwalt Andreas Meyer hat dagegen Haftbeschwerde eingelegt, über die noch nicht entschieden wurde. Durch die Anklage muss das Landgericht nun aber eine Haftprüfung des Beschuldigten vornehmen. Meyer versucht weiter, seinen Mandanten auf freien Fuß zu bekommen. "Ich gehe davon aus, er kommt raus", sagte der Verteidiger dpa. An dem Haftbefehl sei nichts dran. Der Staatsanwaltschaft warf er vor, die Haftbeschwerde unterlaufen zu wollen. "Das wird ein Endlosverfahren - ohne Leiche und ohne handfeste Indizien." Seit mehr als einem Jahr ist die Frau verschwunden. Nach früheren Angaben der Polizei war die damals 43 Jahre alte Frau zuletzt am 21. März 2025 zweifelsfrei gesehen worden. Ihr Mann meldete sie als vermisst. Dass sich die Frau aus Noer vor rund einem Jahr freiwillig abgesetzt hat, schlossen die Ermittlerinnen und Ermittler aus. Nach ihrem Verschwinden suchten mehrfach Einsatzkräfte mit Großaufgeboten nach der Frau, unter anderem im Felder Holz sowie am und im Westensee. Daneben habe es auch kleinere Maßnahmen gegeben, die nicht so im öffentlichen Fokus gestanden hätten. Zweimal wandten sich die Behörden im Fernsehen an die Öffentlichkeit: Der Fall war Thema der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" und auch im "Schleswig-Holstein Magazin" des NDR. Im Zuge der Ermittlungen suchte die Polizei auch Zeugen, die einen dunklen Transporter gesehen haben. Zeugenaussagen zu dem Transporter führten schließlich zu Suchaktionen. © dpa-infocom, dpa:260707-930-345646/1