Datum07.07.2026 10:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer CDU-Arbeitnehmerflügel kritisiert geplante strengere Regeln für Krankschreibungen. Statt den Krankenstand zu senken, befürchtet die Union mehr Misstrauen gegenüber Erkrankten. Die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und die Pflicht zur Vorlage eines Attests ab dem ersten Tag führen zu Unmut. Die Union fordert ein Überdenken der Pläne, da diese kontraproduktiv sein könnten.
InhaltUm den Krankenstand zu reduzieren, plant die Schwarz-Rot strengere Regeln für Krankschreibungen. Der CDU-Arbeitnehmerflügel warnt, schärfere Vorschriften könnten nach hinten losgehen. Angesichts der geplanten strengeren Vorschriften für Krankschreibungen hat der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels in der Union, Dennis Radtke, vor Misstrauen gegen kranken Menschen gewarnt. "Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Menschen seien zu faul", sagte der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) im ZDF-"Morgenmagazin". Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte vereinbart, die Möglichkeit telefonischer Krankschreibungen abzuschaffen. Außerdem soll die verpflichtende Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag als gesetzliche Regel eingeführt werden – statt wie bisher am vierten Tag. Kanzler Friedrich Merz (CDU) erläuterte, das heiße nicht, dass man am ersten Tag in die Praxis gehen müsse. Bereits möglich ist, dass Ärzte den Beginn einer Arbeitsunfähigkeit rückdatieren, aber "nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu drei Tagen", hieß es. In Betrieben sollen abweichende Regeln vereinbart werden können. Arbeitgeber können auch jetzt eine frühere Vorlage verlangen. Merz begründete die geplanten strengeren Regeln damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle. "Menschen, die keine Lust haben, die blau machen, hat es immer gegeben. Wir haben vor allem ein Problem mit den Langzeitkranken." Er habe angeregt, die Pläne zu überdenken. Ihn erreiche in Rückmeldungen die Sorge, dass Menschen, die heute vielleicht einen Tag fehlten, künftig gleich drei oder fünf Tage ausfallen könnten. Auch der Vize-Vorsitzende der CDA, Christian Bäumler, äußerte Kritik an den Plänen der Bundesregierung. "Die Koalition muss dieses völlig unnötige Thema schnell abräumen", sagte er dem "Tagesspiegel". Die meisten Menschen, mit denen er darüber gesprochen habe, seien entsetzt von der angekündigten Pflicht zu einer Krankschreibung an Tag eins, es gebe einen "Riesen-Unmut" über die Regelung. Was der Koalitionsbeschluss für Arztpraxen bedeutet, lesen Sie hier .