Gründungen in Deutschland: KI-Nutzung sorgt für Gründungsrekord bei deutschen Start-ups

Datum07.07.2026 07:08

Quellewww.zeit.de

TLDRDeutschland verzeichnete im ersten Halbjahr 3.053 neue Start-ups, ein Rekord. Künstliche Intelligenz gilt als zentraler Treiber, da sie das Gründen erleichtert und Kapitalbedarf senkt. Auch die Wirtschaftskrise spielt eine Rolle, da Firmengründungen für Talente eine attraktive Alternative darstellen. Bayern und Nordrhein-Westfalen führen bei Neugründungen, während Berlin zwar die meisten, aber relativ langsam wächst. Sechs neue Unicorns kamen hinzu, doch Deutschland liegt deutlich hinter den USA zurück.

InhaltIn Deutschland werden so viele Start-ups gegründet wie noch nie: Im ersten Halbjahr entstanden 3.053 neue Firmen. Der Startup-Verband sieht KI als zentralen Treiber. Noch nie wurden in Deutschland so viele Start-ups gegründet wie in der ersten Hälfte dieses Jahres. Von Anfang Januar bis Ende Juni entstanden so 3.053 neue Firmen. Das geht aus einer Studie des Startup-Verbands hervor. Demnach gab es 52 Prozent mehr Gründungen als im zweiten Halbjahr 2025 und mehr als im gesamten Jahr 2024. "Über 3.000 neue Start-ups in sechs Monaten – so viel Gründungsdynamik gab es in Deutschland noch nie", sagt Verena Pausder, Vorstandschefin des Startup-Verbands. 1.038 der gegründeten Start-ups und damit mehr als ein Drittel haben nach Angaben der Studie einen "klaren KI-Bezug". Der Software-Sektor bleibe mit 844 Gründungen die mit Abstand stärkste Branche. Pausder sieht Künstliche Intelligenz als zentralen Treiber, der es Gründern ermögliche, schneller und einfacher mit weniger Kapital zu starten. "KI senkt die Hürden fürs Gründen deutlich und immer mehr Menschen nutzen diese Chance." Der Aufwärtstrend habe bereits Mitte 2025 eingesetzt und gewinnt laut dem Startup-Verband seitdem weiter an Tempo. Neben KI spiele allerdings auch die Wirtschaftskrise eine Rolle: "Für viele Talente wird die eigene Gründung zur attraktiven Alternative, während etablierte Unternehmen bei Neueinstellungen deutlich zurückhaltender geworden sind." Die Zahl neuer Start-ups wuchs demnach in allen Bundesländern: Bayern verzeichnete mit 626 Gründungen die meisten Neugründungen und demnach einen Zuwachs von 48 Prozent, danach folgt Nordrhein-Westfalen mit 539 Start-ups (plus 45 Prozent) und Baden-Württemberg mit 377 Gründungen und einem Anstieg von 55 Prozent. Im Städtevergleich hat Hamburg den stärksten Zuwachs: Dort entstanden 212 Start-ups und damit erstmals seit Jahren mehr als in München. Berlin sei mit 429 Gründungen aber weiterhin an der Spitze, wachse aber mit plus 21 Prozent relativ langsam. Auch an der Spitze der Gründerbranche tut sich laut Startup-Verband etwas. Seit Jahresbeginn sind sechs Start-ups mit Milliardenbewertung hinzugekommen, sodass Deutschland nun 36 solcher als Unicorns bezeichneter Unternehmen zähle. Der Abstand zu den USA sei jedoch weiterhin groß, dort gebe es mehr als 900 Start-ups mit Milliardenbewertung. Pausder begründete diesen Unterschied damit, dass in Europa ein starker Kapitalmarkt fehle. Steuerliche und regulatorische Hürden für Wagniskapital müssten durch Anreize für Investoren ersetzt werden.