Datum07.07.2026 06:37
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Tanker nahe der Straße von Hormus wurde von einem unbekannten Geschoss getroffen, laut UKMTO brach ein Feuer aus, aber niemand wurde verletzt. Laut US-Beamten könnten die iranischen Revolutionswächter hinter dem Angriff stecken, wobei zwei Schiffe beschädigt wurden. Iran erhebt weiterhin Anspruch auf die alleinige Kontrolle der strategisch wichtigen Meerenge und droht mit Konsequenzen bei Missachtung seiner Routenvorgaben.
InhaltMit dem Abkommen zwischen den USA und Iran sollte sich der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus eigentlich wieder normalisieren. Nun wurde offenbar erneut ein Tanker vor der Küste Omans beschossen. Woher, ist noch unklar. In der Straße von Hormus wurde ein Schiff von einem "unbekannten Geschoss" getroffen. An Bord sei ein Feuer ausgebrochen, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf Angaben der Schiffbesatzung mit. Auf dem Tanker, der rund acht Seemeilen vor dem omanischen Küstenort Limah liege, sei demnach niemand verletzt worden. Wer hinter dem Angriff steckt, blieb zunächst unklar. Das Portal "Axios" berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, dass iranische Revolutionswächter mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert hätten. Einer der Beamten sagte demnach, zwei Schiffe seien durch den Beschuss stark beschädigt worden. Überprüfen lassen sich die Zuweisungen aktuell nicht. Eine offizielle Reaktion der US-Regierung blieb zunächst aus. Vor guter einer Woche hatte ein ähnlicher Vorfall zu militärischen Angriffen der USA gegen Iran geführt. Dabei seien unter anderem Flugabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur angegriffen worden, wie das zuständige US-Regionalkommando Centcom mitteilte. Erst am Donnerstag bekräftigte das iranische Militär erneut den Anspruch, dass die alleinige Kontrolle über die Straße von Hormus Iran gebühre. Alle Öltanker und Handelsschiffe seien verpflichtet, ausschließlich die von der Islamischen Republik festgelegte Route zu benutzen, hieß es in einer Erklärung der Militärführung, die iranische Medien verbreiteten. "Jede Missachtung dieser Vorgabe (...) wird mit einer unverzüglichen und entschlossenen Reaktion der Streitkräfte beantwortet", hieß es weiter. Die Wiedereröffnung der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens, auf das sich Vertreter aus Washington und Teheran vor knapp drei Wochen verständigt hatten. Die USA fordern freie Durchfahrt für alle Schiffe ohne Gebühren. Nach Beginn der israelischen und amerikanischen Angriffe auf Iran im Februar brachte die iranische Seite mit Drohungen und Attacken den Schiffsverkehr in der Meerenge faktisch zum Erliegen.