Datum07.07.2026 03:15
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Fifa hat ihre umstrittene Entscheidung, die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zur Bewährung auszusetzen, ausführlich verteidigt. Sie betont, dass die Rote Karte und die daraus resultierende automatische Sperre rechtmäßig waren. Die Bewährung sei jedoch aufgrund "besonderer Umstände" und "verfügbarer Beweismittel" gewährt worden, deren Details nicht genannt werden. Kritiker vermuten politischen Einfluss durch ein Gespräch zwischen US-Präsident Trump und Fifa-Präsident Infantino.
InhaltDie Fifa hat die Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun zur Bewährung ausgesetzt. Eine äußerst umstrittene Entscheidung – zu der sich der Weltverband nun in 13 Absätzen erklärt. Das zentrale Thema handelt er mit einem Satz ab. Der Fußball-Weltverband Fifa hat sich erstmals ausführlich zu seiner umstrittenen Entscheidung geäußert, die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zur Bewährung auszusetzen. In 13 Absätzen erklärte die Fifa noch vor dem Anpfiff der Partie gegen Belgien die Abläufe aus ihrer Sicht. Die Fifa argumentiert, dass Baloguns Rote Karte Bestand habe und auch die automatische Sperre von einer Partie, die eine solche Tatsachenentscheidung nach sich zieht. Die Entscheidung zur Roten Karte war demnach nicht falsch. Die Fifa habe aber das Recht, eine Strafe anzupassen und zur Bewährung auszusetzen. Darüber, warum sie diesen Schritt ging, gab es in der langen Stellungnahme nur einen Satz: "Die Aussetzung der Vollstreckung der genannten Sperre wurde unter Berücksichtigung aller besonderen Umstände des Vorfalls sowie der verfügbaren Beweismittel beschlossen." Was die besonderen Umstände sind und auf welche Beweismittel sich die Fifa stützte, wurde nicht mitgeteilt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Balogun hatte vergangenen Mittwoch beim 2:0 der USA im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina eine Rote Karte gesehen. In der Situation hatte der Videoschiedsrichter eingegriffen, zunächst gab es für die Aktion nur Freistoß. Nach Roten Karten ist ein Spieler automatisch für die folgende Partie gesperrt. Einen Tag vor dem Achtelfinale zwischen den USA und Belgien wurde dann völlig überraschend bekannt, dass die Fifa die Sperre für ein Jahr zur Bewährung aussetzt. Für harsche Kritik sorgte insbesondere, dass es zuvor ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino gegeben hatte (mehr dazu hier ). Trump bat eigenen Angaben zufolge um eine "Überprüfung" der Sperre. Beim Spiel gegen Belgien lief Balogun dann in der Startelf auf (die Partie können Sie hier im Livekommentar verfolgen). Infantino suchte über Jahre die Nähe zu Trump – und andersherum. Die Bromance mündet nun in den Fall Balogun bei dieser WM. Die Chronologie einer Männerfreundschaft, die den Fußball missbraucht, können Sie hier lesen .