Datum07.07.2026 02:01
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, kritisiert die steigenden Abiturnoten. Er befürchtet eine Entwertung des Abiturs, da Spitzenschüler in der "Bestnotenflut" untergehen. Meidinger fordert ein bundesweit vergleichbares Abitur, um den Notenwettlauf zwischen den Bundesländern zu beenden. Gleichzeitig räumt er ein, dass sich die Leistungen der Schüler in einigen Bereichen verbessert haben.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Abi 2026“. Lesen Sie jetzt „Lehrerverband beklagt: Zu gute Abiturnoten schaffen Probleme“. Die Notenschnitte der Abiturientinnen und Abiturienten sind zu gut - findet der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. "Schon jetzt reicht selbst ein bayerisches 1,0-Abitur nicht mehr aus, um über die Leistungsschiene sicher einen Medizinstudienplatz zu ergattern", sagte er im Interview mit der Mediengruppe Bayern. "Letztendlich wird dieser Weg zu einer massiven Entwertung des Abiturs und allgemeinen Hochschuleingangsprüfungen führen." Es werde zunehmend schwieriger, "in dieser Bestnotenflut die wirklichen Spitzenschüler zu erkennen". Meidingers Kritik ist nicht neu. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er schon 2014 als damaliger Vorsitzender des Philologenverbands: "Die eigentlich Gelackmeierten der Bestnoten-Inflation sind die Spitzenschüler, weil deren Spitzenleistung in der Einser-Schwemme untergeht." Meidinger sieht einen Noten-Wettlauf zwischen den Bundesländern, der nur gestoppt werden könne, "wenn es ein bundesweit vergleichbares Abitur gibt mit gleichen Aufgabenstellungen und Bewertungskriterien". Damals wie heute warf er Schulpolitikern vor, Reformen wie die Verkürzung oder Verlängerung der Gymnasialzeit dafür zu nutzen, dass danach bessere Noten vergeben werden und die Reformen als Erfolg gelten. Der Gymnasiallehrer räumte allerdings ein, dass sich Schüler in manchen Bereichen auch tatsächlich verbessert hätten: "Mit meinem eigenen Schulenglisch kann ich mit heutigen Absolventen in keiner Weise mehr mithalten", gestand er in dem aktuellen Interview ein. © dpa-infocom, dpa:260707-930-344220/1