Datum07.07.2026 00:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Ebolaausbruch in der DR Kongo fordert über 500 Todesopfer bei 1561 bestätigten Fällen. Die Virusausbreitung wird durch bewaffnete Konflikte und Misstrauen der Bevölkerung erschwert. Dennoch gibt es Hoffnung durch klinische Tests neuer Therapien gegen den Bundibugyo-Ebolavirus-Typ. Ein genesener französischer Arzt und ein zuvor in Berlin behandelter US-Arzt zeigen, dass Heilung möglich ist.
InhaltSchon fast zwei Monate dauert der Ebolaausbruch in der Demokratischen Republik Kongo an. Für mindestens 500 Menschen endete die Infektion tödlich. Die Virusausbreitung ist bislang nicht gestoppt. Aber es gibt auch Hoffnung. In der Demokratischen Republik Kongo sind bereits mehr als 500 Menschen nachweislich an Ebola gestorben. Das Informationsministerium des zentralafrikanischen Landes teilte mit, die Zahl der bestätigten Fälle betrage aktuell 1561, darunter 506 Todesfälle. Derzeit würden 628 Patientinnen und Patienten in Kliniken und Isolationszentren behandelt, 253 gelten als genesen. Sorgen bereitet der afrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC, dass positiv getestete Patienten wiederholt aus Isolierzentren geflohen sind. Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai waren zudem im Nachbarland Uganda 19 Menschen an Ebola erkrankt und zwei von ihnen an der hochgefährlichen Krankheit gestorben. Die Fälle standen im Zusammenhang mit dem Ausbruch im Nordosten des Kongo. Ebolafieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen. Im Osten Kongos herrschen seit Jahrzehnten bewaffnete Konflikte zwischen verschiedenen Gruppierungen. Hinzu kommt das Misstrauen der Bevölkerung in die Gesundheitsversorgung. Viele Menschen glauben nicht, dass es das Virus wirklich gibt. Es gab sogar Angriffe auf medizinische Einrichtungen. Für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo gibt es außerdem bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie. Seit vergangener Woche läuft allerdings die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren gegen das Virus. Lesen Sie hier: Eine Ärztin erzählt sie, wie sie die Menschen im Kongo aufklärt – und was sie aus früheren Epidemien gelernt hat. Glück hatte ein französischer Arzt, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hatte. Der Mediziner, der humanitäre Hilfe leistete und am 23. Juni nach Frankreich zurückgekehrt war, sei als genesen aus dem Krankenhaus entlassen worden, teilte das französische Gesundheitsministerium am Samstag mit. Der Arzt habe nur leichte Symptome gezeigt und sei in einem Pariser Krankenhaus medizinisch versorgt und streng überwacht worden. Nach zwei negativen Tests habe der Patient nun sicher nach Hause zurückkehren können. Im Mai war ein Ebolapatient aus den USA auf einer Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt worden. Er war mit einem Spezialflugzeug nach Berlin gekommen. Auch er, ebenfalls ein Arzt, hatte sich im Kongo infiziert. Anfang Juni konnte der 39-Jährige entlassen werden.