Sexuelle Ausbeutung und Zwangsarbeit: Interpol nimmt 1024 Personen wegen Menschenhandel fest

Datum06.07.2026 19:05

Quellewww.spiegel.de

TLDRInterpol hat im Rahmen einer internationalen Aktion 1024 Verdächtige im Kampf gegen Menschenhandel festgenommen und 2070 Opfer identifiziert, darunter Minderjährige. Die Operation, geleitet von Österreich und Rumänien, fand in 59 Ländern statt. Sie richtete sich gegen Netzwerke, die sexuelle Ausbeutung, Zwangsarbeit und Kriminalität betreiben. Opfer aus aller Welt, insbesondere aus Lateinamerika, waren betroffen. Trends umfassen den Handel mit Opfern für Zwangsarbeit in Europa, kriminelle Ausbeutung in Südostasien und die Rekrutierung für Konflikte.

InhaltProstitution, Zwangsarbeit und Kriminalität: Bei einem Schlag gegen Menschenhandel hat Interpol mehr als Tausend Menschen festgenommen. Unter den Opfern der Verdächtigen sind auch Minderjährige. Bei einer internationalen Aktion der Polizeibehörde Interpol sind in verschiedenen Ländern 1024 Tatverdächtige festgenommen und 2070 Opfer identifiziert worden. Die Operation wurde von den Behörden in Österreich und Rumänien geleitet und fand in insgesamt 59 Ländern, darunter auch Deutschland, statt. Der Schlag richtete sich gegen Netzwerke von Menschenhändlern, die in sexuelle Ausbeutung, Zwangsarbeit, Kriminalität und erzwungene Bettelei verwickelt sind, wie Interpol im französischen Lyon mitteilte . Während der fünftägigen Aktion vom 8. bis 12. Juni führten Polizei, Grenzbehörden und spezialisierte Einheiten zur Bekämpfung des Menschenhandels Kontrollen an Grenzübergängen, Flughäfen und anderen Verkehrsknotenpunkten durch. Die Opfer stammten aus 45 Ländern, wobei die Mehrheit aus Argentinien, Kolumbien, Venezuela sowie Moldau und Nepal kam. Viele seien über Grenzen hinweg verschleppt worden, nachdem sie getäuscht, genötigt oder aufgrund ihrer prekären Lage ins Visier genommen worden waren, teilte Interpol mit. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Zu den festgestellten Trends zählten der Menschenhandel mit lateinamerikanischen Opfern zum Zwecke der Zwangsarbeit in Europa, deren Ausbeutung im Rahmen krimineller Aktivitäten in Südostasien sowie Fälle von Menschenhandel zur Zwangsrekrutierung in bewaffneten Konflikten. Etwa zehn Prozent der Opfer waren Minderjährige aus Nord- und Südamerika, die sexueller Ausbeutung ausgesetzt waren. So nahmen Behörden in Belgien 17 Verdächtige fest, nachdem sie einen Menschenhändlerring zerschlagen hatten, der minderjährige Mädchen über soziale Medien anwarb. Die Verdächtigen sollen die Opfer gefangen gehalten und sie zur Prostitution in Belgien und Frankreich gezwungen haben. Tausende junge Vietnamesen kommen jährlich nach Deutschland, um eine Ausbildung zu beginnen. Dabei geraten sie oft in die Hände dubioser Vermittler. Mehr zur Ausbeutung vietnamesischer Azubis lesen Sie hier .