Sanierung der Stuttgarter Oper: Ausweichgebäude für Oper soll deutlich abgespeckt werden

Datum06.07.2026 17:24

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Kosten für das Ausweichgebäude der Stuttgarter Oper werden auf 289 Millionen Euro begrenzt. Dies wird durch eine um 40 Prozent reduzierte Flächennutzung und geringere Zuschauerkapazitäten erreicht. Das Interim ist entscheidend für die Aufrechterhaltung des Betriebs während der Sanierung der maroden Oper, die rund eine Milliarde Euro kosten soll. Es dient etwa zehn Jahre als Übergangsquartier und soll danach anderweitig genutzt werden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Sanierung der Stuttgarter Oper“. Lesen Sie jetzt „Ausweichgebäude für Oper soll deutlich abgespeckt werden“. Um die Kosten für die Sanierung der Stuttgarter Oper möglichst niedrig zu halten, wollen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart beim Bau einer Ausweichspielstätte deutlich abspecken. Demnach soll das Interimsgebäude nicht mehr als 289 Millionen Euro kosten. Dafür seien die Planungen angepasst worden, teilten Land und Stadt nach einer Sitzung des Verwaltungsrats der Württembergischen Staatstheater mit. Ziel sei es, Kosten zu sparen und den Bau schnell auf den Weg zu bringen. Um die Gesamtkosten einhalten zu können, habe die Projektgesellschaft ProWST eine kompaktere Ausweichspielstätte entwickelt. Die Flächen seien um 40 Prozent reduziert worden, hieß es. Gespart werde etwa bei der Foyer- und Lagerfläche, aber auch bei der Zuschauerkapazität. Nach dem Ende der Opernsanierung soll das Gebäude weiter genutzt werden, etwas als Büro- oder Gewerbefläche. Kunstministerin Petra Olschowski (Grüne) sagte, das Interim sei das zentrale Bauwerk für das Gelingen des Projektes. "Ohne Interim kann der künstlerische Betrieb nicht durchgängig aufrechterhalten werden – mehr noch: Ohne Interim ist das Staatstheater mit Oper und Ballett von Weltrang in seiner Existenz bedroht." Die neue Planung schaffe nun die Grundlage dafür, das Projekt weiter voranzubringen.  Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper sagte, man habe sich trotz dramatischer Haushaltslage dazu entschlossen, das Projekt weiterzuverfolgen - "allerdings ohne Tabus, was die Dimension sowie die Art und Form der Ausführung anlangt". Das geplante Übergangsgebäude soll etwa zehn Jahre lang als Ausweichquartier für Ballett und Oper dienen, während die eigentliche Oper umfassend saniert wird - ein Vorhaben, das dringend notwendig ist. Das 1911 eröffnete Opernhaus ist in einem stark renovierungsbedürftigen Zustand, die Leitung der Staatstheater fordert schon seit Jahren zügige Lösungen. Eigentlich sollte der Bau der Interimsspielstätte 2026 starten und bis 2029 abgeschlossen sein. Zuletzt war von einem Baubeginn im Jahr 2028 die Rede. Die ersten Stücke sollen dann 2033 dort aufgeführt werden. Die Kosten für das ganze Projekt teilen sich Stadt und Land. Bisher wird für die Sanierung rund eine Milliarde Euro veranschlagt - das ist allerdings eine Berechnung aus dem Jahr 2019. Kritiker befürchten, die Sanierung könnte noch deutlich teurer werden. © dpa-infocom, dpa:260706-930-343035/1