Datum06.07.2026 15:52
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Rapperin Ikkimel sorgte mit ihrem provokanten Song "Fußballmänner" für Irritation im ZDF-Morgenmagazin. Ihre expliziten Texte und feministische Haltung stießen beim zuschauenden Publikum auf Unverständnis und führten zu Verwirrung. Trotz der kontroversen Reaktionen interpretieren die Moderatoren den Auftritt als Kunst und Zeitgeist-Statement, das die Gen Z anspricht.
InhaltFotzenrap trifft auf ZDF-Morgensendung: Das konnte eigentlich nicht gut gehen. Ikkimel schien ihr Auftritt Spaß zu machen. Das Publikum im MoMa war überfordert. Verwirrt dreinschauende Kinder, kopfschüttelnde Erwachsene, starre Blicke in die Leere des Raums, dazu ein einsames Schmunzeln: Dass die Musik von Ikkimel und das "Morgenmagazin" vom ZDF unterschiedliche Fans haben, dürfte nur wenige überraschen. Nach Ikkimels Auftritt im MoMa am Montagmorgen muss festgehalten werden: Auch auf den zweiten Blick haben diese Welten nicht zusammengepasst. Zumindest wirkten zahlreiche Studiogäste irritiert, als die Musikerin ihren Song "Fußballmänner" präsentierte. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. In dem Song heißt es etwa: "Fußballmänner, alles Penner. Bierbauch, Bratwurst, leckerschmecker" und "Lattenkracher, Mertesacker, Tiki-Taka in 'nem Tanga". Am Ende rief die Musikerin "Guten Morgen, MoMa!" – und kicherte. Auch in den sozialen Medien wird der Auftritt kommentiert. "Das ist von solch grotesker Komik!", schrieb Moderator Micky Beisenherz bei Instagram unter dem entsprechenden Clip. Er nannte den Auftritt "Hurz 3.0.". Mit dem Fernsehstreich "Hurz" hatte Komiker Hape Kerkeling einst Unterhaltungsgeschichte geschrieben. Mit Texten über Drogen und Sex ist Ikkimel zum feministischen Superstar avanciert. Aber nicht generationenübergreifend, so viel bleibt nach diesem Auftritt festzuhalten. Ihr neues Album sei "fotzig, feminin und geil", sagt Ikkimel bei der Releaseparty, die letztlich wohl zahmer war als man vermuten könnte – die Songs auf ihrem neuen Album heißen "Wanderhure", "Facesitting" und "Kink". In einem ihrer größten Hits singt sie: "Keta und Krawall, meine Nase ist wund; Titten sind prall und mein Arsch ist rund." Ikkimel, mit bürgerlichem Namen Melina Gaby Strauß, ist 29 Jahre alt und in Berlin geboren. Bekannt wurde sie durch Songs wie "Keta und Krawall", mit denen sie sich vor allem über Social Media eine große Fanbase aufgebaut hat. Allein auf Spotify hat Ikkimel über zwei Millionen monatliche Hörer. Die beiden Moderatoren des "Morgenmagazins", Andreas Wunn und Philip Wortmann, hatten die Musikerin schon mit einer gewissen Einordnung anmoderiert. Die einen würden Ikkimel als Feministin feiern, erklärte Wortmann. Andere würden ihr aber auch "teilweise vulgären Männerhass" unterstellen. Nach der Performance wandte sich sein Kollege Wunn zudem direkt an die männliche Zuschauerschaft: "Liebe Fußballmänner, nicht beleidigt sein. Das ist Provokation und Kunst und trifft gerade so richtig einen Nerv bei der Gen-Z."