Datum06.07.2026 15:32
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Bahnwerk in Cottbus, ein Modellprojekt des Strukturwandels in der Lausitz, nimmt bis Februar 2027 die zweite Halle in Betrieb. Dort sollen ICE 4 künftig doppelt so schnell instand gehalten werden. Das Werk wird als "Meilenstein" für den Braunkohleausstieg 2038 angesehen und schafft 1.200 Industriearbeitsplätze. Ein zweigleisiger Ausbau der Strecke Lübbenau-Cottbus ist geplant. Die BTU Cottbus erweitert ihr Studienangebot im Bauingenieurwesen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Braunkohleausstieg“. Lesen Sie jetzt „Erster ICE im Februar: Bahnwerk in Cottbus als "Meilenstein"“. Das wichtigste Modellprojekt des Strukturwandels in der Lausitz steht vor der Fertigstellung: Im Februar 2027 werde die zweite Halle des neuen Bahnwerks in Cottbus den Betrieb aufnehmen, kündigte die Deutsche Bahn an. Der Bau liege voll im Zeitplan. Die Instandhaltung des ICE 4 solle in der neuen Halle künftig rund drei Wochen dauern, nur halb so lang wie an anderen Standorten. Die Bahn bezeichnet das neue Werk als "wichtigen Meilenstein" für den Strukturwandel. In der Lausitz wird ab 2038 kein Strom mehr aus Braunkohle erzeugt, zur Abfederung gibt der Staat Milliardenhilfen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke wertet das Projekt als "riesengroßen Erfolg". "Dass jetzt hier wieder in Bahn investiert wird und wir jetzt 1.200 neue Industriearbeitsplätze herbekommen, das ist schon 'was ganz Besonderes", sagte der SPD-Politiker. Es sei "immens wichtig", dass das große Gelände mitten in Cottbus wieder industriell genutzt werde. Zudem sei es von Bedeutung, bei klimaneutraler Mobilität voranzukommen. Zugleich soll der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Lübbenau und Cottbus die Grundlage für einen Halbstundentakt im Regionalverkehr zwischen Berlin und Cottbus schaffen. Der Baustart ist nach Angaben der Deutschen Bahn für Dezember 2026 geplant. Erste Züge rollten voraussichtlich ab Ende 2027. Wegen des Ausbaus wird die Bahnstrecke zwischen Cottbus und Lübbenau von Ende 2026 an für ein Jahr gesperrt. Die Bahn nahm im Januar 2024 in Cottbus das ICE-Instandhaltungswerk in Betrieb, die zweite Werkshalle ist jetzt im Bau. Von den Arbeitskräften für das Bahnwerk sind nach Woidkes Angaben bereits 700 Menschen eingestellt - damit fehlen noch 500. Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg baut ihr Studienangebot aus, um auf den Fachkräftebedarf zu reagieren. Ab dem Wintersemester 2026/27 können Studentinnen und Studenten im Bauingenieurwesen eine neue Studienoption mit Schwerpunkt Schiene/Bahn wählen. © dpa-infocom, dpa:260706-930-342398/1