Pressestimmen zum »Fall Balogun«: »Der schamlose Trump und seine unterwürfige Marionette Infantino«

Datum06.07.2026 13:52

Quellewww.zeit.de

TLDRDonald Trump soll Fifa-Präsident Gianni Infantino wegen der Roten Karte gegen Folarin Balogun kontaktiert haben. Die Aufhebung der Sperre durch die Fifa löst in europäischen Medien Empörung aus. Artikel bezeichnen Trump als "schamlos" und Infantino als "Marionette", die Integrität und Regelwerke zur Person Trumps übergangen hätten, um dem US-Präsidenten zu gefallen. Dies schade dem Fußball und dem Ansehen der Fifa.

InhaltDie Berichte über eine Einflussnahme Donald Trumps auf die Fifa sorgen international für Empörung. Vor allem europäische Medien sind außer sich. Die Aufhebung der Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun durch die Fifa löst international Empörung und Kritik aus. US-Präsident Donald Trump soll Medienberichten zufolge bei Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen und diesen um eine Überprüfung der Roten Karte für Balogun gebeten haben. In den europäischen Medien sorgt das für viel Kritik. Die britische Daily Mail schreibt vom schamlosen Donald Trump und seiner "unterwürfigen Marionette Gianni Infantino". Sie hätten "diese Weltmeisterschaft in eine Jauchegrube gezogen, als sie die Sperre für Folarin Balogun aufgehoben haben." Man wisse nun "ganz sicher, dass es ein Regelwerk für die USA gibt und ein anderes für alle anderen". Die Integrität des Fußballs sieht die Boulevardzeitung The Sun offenbar gefährdet. Es sei jetzt klar, wie viel der Fifa diese wirklich bedeutet. "Absolut gar nichts", heißt es. Indem sie vor den Forderungen des Weißen Hauses eingeknickt sei, ihr eigenes Regelwerk über den Haufen geworfen habe und Folarin Balogun die Spielberechtigung für die Partie gegen Belgien erteilte, habe die Fifa die Vorstellung, dass der Fußball an erster Stelle steht, "für immer zerstört". Der Telegraph spielt auf die persönliche Ebene von Trump und dem Fifa-Präsidenten an. Der Zeitung zufolge ist für Infantino ist "keine Demütigung zu peinlich, wenn es darum geht, dem Anführer der freien Welt zu schmeicheln". Man erlebe nun einen der bislang beschämendsten Momente: "Balogun kommt gerade noch rechtzeitig davon – genau so, wie Trump es von Anfang an wollte." Die Tageszeitung The Times aus London fragt: "Warum haben die Leute eine so schlechte Meinung von der FIFA?" Und liefert direkt eine Antwort mit: "Es spart einfach Zeit. Es hat fast einen Monat gedauert, bis es so weit war, doch am Sonntag hat der Fußball-Weltverband sein eigenes Turnier ruiniert." Auch auf dem europäischen Festland sorgten die Nachrichten von der mutmaßlichen Einmischung nicht gerade für positive Schlagzeilen, im Gegenteil. Das Onlineportal oe24.at aus Österreich titelte kurz und knapp und vom schlimmsten aller Fälle aus: "Trump-Eklat: Jetzt droht der Super-GAU bei der WM". In der Schweiz, dem Land in dem Infantino geboren wurde, berichtete die Boulevardzeitung Blick: "Diese Entscheidung ist vor allem eines: ein historischer und skandalöser Eingriff in einen laufenden Wettbewerb." Eine Rote Karte gehöre zu den härtesten Sanktionen im Fussball, deshalb sei sie Spieler, Trainer und Fans verständlich. Wer eine Grenze überschreite, trage die Konsequenzen. "Wird dieses Prinzip mitten in einer Weltmeisterschaft aufgeweicht, stellt die Fifa nicht nur ihr eigenes Regelwerk infrage. Sie öffnet die Büchse der Pandora." Ebenfalls in der Schweiz titel der Tages-Anzeiger aus Zürich in sieben Worten "Das Fussballherz sagt: Es ist ein Skandal!" Weiter südlich, in Spanien kommt die Tageszeitung AS ebenfalls mit wenig Worten aus: "Der größte Skandal überhaupt bei einer WM. Ähnlich kurz fasst sich die Sportzeitung Marca und schreibt "Die FIFA hebt Baloguns Rote Karte auf, und Trump bedankt sich." Im Norden, in Schweden, zieht die Aftonbladet ein Fazit zur aktuellen Lage. So weit sei man gekommen, so laufe die Weltmeisterschaft heutzutage, heißt es. "48 Länder nehmen teil, Fußball wird zur Schau gestellt, die ganze Welt schaut zu. Donald Trump gibt die Anweisungen; die FIFA setzt sie um."