Datum25.11.2025 13:20
Quellewww.zeit.de
TLDRDie gesetzlichen Krankenkassen in Niedersachsen berichten von stetig steigenden Ausgaben für medizinische Behandlungen, wie eine Veröffentlichung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) zeigt. Landesleiter Hanno Kummer fordert eine Neuausrichtung des Gesundheitssystems, da die Ausgaben sich von den Einnahmen entkoppelt haben. Forderungen nach mehr Finanzmitteln seien der falsche Weg. Stattdessen müsse die Krankenhausreform konsequent umgesetzt werden, um Wirtschaftlichkeit und Qualität zu verbessern. Ausgabensteigerungen für Ärzte, Arzneimittel und Heilmittel liegen im bis zu 120 Prozent Bereich.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheit“. Lesen Sie jetzt „Krankenkassen mit hohen Kosten - Ersatzkassen warnen“. Die gesetzlichen Krankenkassen in Niedersachsen zahlen nach eigenen Angaben immer mehr Geld für medizinische und therapeutische Behandlungen. Das zeigen neue Basisdaten des Gesundheitswesens in Niedersachsen 2025/2026, die der Verband der Ersatzkassen (vdek) veröffentlicht hat. "Die Ausgaben im Gesundheitswesen müssen sich wieder an den Einnahmen der Krankenkassen orientieren", sagte vdek-Landesleiter Hanno Kummer. In den vergangenen Jahren hätten sie sich völlig davon entkoppelt. Er forderte eine gesundheitspolitische Neuausrichtung. Die Honorarsteigerung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte betrage 43 Prozent (2014–2024), die Ausgabensteigerung der Arzneimittel 55 Prozent (2013–2023) und die der Heilmittel (z. B. Krankengymnastik, Logopädie) 120 Prozent (2013–2023). Auch beim Rettungsdienst habe es eine Steigerung der Ausgaben von 94 Prozent (2014-2024) gegeben. Kummer warnte davor, gesundheitspolitische Herausforderungen vorrangig mit zusätzlichen Finanzmitteln lösen zu wollen: "Unser Gesundheitssystem muss sich verändern." Als Beispiel nannte er die Umsetzung der Krankenhausreform. In der aktuellen politischen Debatte seien vor allem Forderungen nach zusätzlichen Betriebsmitteln für die Krankenhäuser und nach immer mehr Ausnahmen von Qualitätsuntergrenzen zu hören. "Das ist der falsche Weg. Stattdessen sollte es um eine konsequente Umsetzung der Reform gehen", forderte Kummer. Mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit könnten erreicht werden, wenn Krankenhausangebote besser zwischen den Standorten aufgeteilt würden. © dpa-infocom, dpa:251125-930-338334/1