Umfrage zu Demokratie in Unternehmen: Polarisierung belastet Betriebsklima in deutschen Unternehmen

Datum06.07.2026 07:49

Quellewww.zeit.de

TLDREine Umfrage der Bertelsmann Stiftung, des IW und der Universität St. Gallen zeigt, dass deutsche Unternehmen Demokratie als Basis für wirtschaftlichen Erfolg sehen, sie aber durch gesellschaftliche Polarisierung und Vertrauensverlust in Institutionen unter Druck setzen. Rund 30 Prozent der Firmen klagen über das belastete Betriebsklima durch Polarisierung. Über 90 Prozent sehen Vertrauensverlust als Gefahr, betrachten aber gleichzeitig Demokratie als Vorteil für den Standort Deutschland. Die meisten Unternehmen engagieren sich intern für demokratische Werte, es fehlen jedoch oft Ressourcen und Klarheit über wirksame Maßnahmen.

InhaltFirmen sehen die Demokratie als Grundlage wirtschaftlichen Erfolgs. Laut einer Umfrage bewerten rund 30 Prozent die gesellschaftliche Polarisierung jedoch als Bürde. Unternehmen in Deutschland bewerten die Demokratie als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, sehen sie aber unter Druck. Vor allem der ‌Vertrauensverlust in ⁠Institutionen, die gesellschaftliche Polarisierung und die ​wirtschaftliche Schwäche bereiten den Betrieben Sorgen, wie eine Umfrage ⁠der Bertelsmann Stiftung, des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und ​der Universität St. Gallen unter gut 900 Betrieben zeigt. Besonders Polarisierungen in der Gesellschaft machen sich demnach bei rund 30 Prozent der Unternehmen bemerkbar und belasten das Betriebsklima. Auch nahmen mehr als 90 Prozent der Befragten Vertrauensverlust als Gefahr wahr. Gleichzeitig betrachten 93 Prozent die Demokratie als wichtigen Faktor ​für den Standort Deutschland, mit den Vorteilen rund um Rechtsstaatlichkeit, Planungssicherheit und unternehmerische Freiheit. "Gesellschaftliche Spannungen machen vor Werkstoren nicht halt", sagte Dominik Hierlemann von der Bertelsmann Stiftung. "Doch die große Mehrheit der Unternehmen kann damit gut umgehen. Sie stabilisieren die Demokratie", sagte er weiter. Die ​meisten Firmen engagieren sich der Studie zufolge bereits, allerdings meist nach innen. So ‌hätten mehr als die Hälfte demokratische ‌Werte im Unternehmensleitbild verankert. Dass sie nicht mehr tun, liegt ​demnach weniger an der Angst vor Gegenwind als an zu wenig Budget und Zweifeln an der Wirkung, heißt es in der Studie. "Die Bereitschaft zum Demokratieengagement ist da", sagte Matthias Diermeier vom IW. "Was ​oft fehlt, sind Zeit, Ressourcen und Klarheit darüber, was im Alltag tatsächlich wirksam ist." Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.