Rente mit 63: SPD-Politiker wollen längere Übergangsfrist bei Rente mit 63

Datum06.07.2026 06:31

Quellewww.zeit.de

TLDRSPD-Politiker fordern lange Übergangsfristen für die geplante Abschaffung der abschlagsfreien "Rente mit 63" nach 45 Beitragsjahren. Die schwarz-rote Koalition will diese Regelung beenden, ist sich aber über die Länge der Übergangsfrist uneinig. Während die Union für kurze Fristen plädiert, befürworten Sozialdemokraten wie Bernd Rützel zehn Jahre, um Betroffenen Planungssicherheit zu geben. Die Rentenkommission sieht Verfassungsgründe für eine Übergangsfrist, nannte jedoch keine genaue Dauer.

InhaltSchwarz-rot will die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren abschaffen. Über die Länge der Übergangsfrist sind sich Union und SPD aber noch uneins. Mehrere SPD-Politiker fordern möglichst lange Übergangsfristen bei der geplanten Abschaffung der sogenannten Rente mit 63. "Wenn Menschen ihr Leben danach ausgerichtet haben, kann man ihnen nicht kurz vor knapp die Tür vor der Nase zumachen", sagte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Annika Klose dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Viele Menschen sind deswegen besorgt." Als Rente mit 63 wird die Möglichkeit bezeichnet, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen, ohne das gesetzliche Rentenalter erreicht zu haben. Faktisch ist der vorzeitige Renteneintritt derzeit mit 64,5 Jahren möglich, also zweieinhalb Jahre vor dem aktuellen gesetzlichen Rentenalter. Dieses soll laut den Vorschlägen der Rentenkommission an die Lebenserwartung gekoppelt werden und damit steigen, die Rente mit 63 entfallen.  Die Bundesregierung hatte angekündigt, alle Vorschläge der Kommission umsetzen zu wollen. Der Kommission zufolge ist eine Übergangsfrist dafür aus verfassungsrechtlichen Gründen nötig; wie lang die Frist sein solle, teilte das Gremium jedoch nicht mit. SPD und Union sind sich darüber noch uneins: So sprach sich der CDU-Politiker Pascal Reddig, welcher der Kommission angehörte, zuletzt für möglichst kurze Fristen aus. "Eine Übergangsfrist von fünf Jahren wäre zu lang", sagte er Ende Juni. Für einige SPD-Politiker wäre diese Frist jedoch offenbar zu kurz. So forderte der Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Bundestag, Bernd Rützel (SPD), etwa eine Übergangszeit von zehn Jahren: "Wer heute 55 ist, muss sich darauf verlassen, dass er mit 65 ohne Abschläge in Rente gehen kann, wenn er seine 45 Versicherungsjahre voll hat", sagte Rützel der Augsburger Allgemeinen.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.