Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Auf der Suche nach dem besten Spaghettieis Hamburgs

Datum06.07.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Newsletter berichtet über die diesjährige Spaghettieis-Spezialwoche, initiiert durch Leserzuschriften. 200.000 Menschen feierten den Schlagermove trotz Regens. Eine Bundesratsinitiative will Datenschutzbehörden zusammenlegen. In einer Müllverbrennungsanlage gab es einen Salzsäureaustritt, verletzt wurde niemand. Ein Mann wurde erfolgreich aus der Alster reanimiert. Die U3 fährt wieder planmäßig. Stauprognosen für Ferienreisende werden gegeben. Beim Ironman wurden Radstrecken sabotiert, was zu Ausfällen führte. Zudem wird über Klimaanlagen und die Neugestaltung des Museums am Rothenbaum informiert.

InhaltDie Elbvertiefung am Montag – Mit einer exklusiven Stauanalyse zu Ferienbeginn, 200.000 beim Schlagermove und der politischsten Maschine des Sommers im März hatte ich Sie gefragt, wo es das beste Spaghettieis Hamburgs gibt. Danach erreichten uns über 150 Mails. Tipps für Wilhelmsburg, Blankenese, Winterhude und viele andere Orte, kleine Eisdielen, große, moderne, traditionelle. Insgesamt schlugen Sie 49 verschiedene Eisdielen vor, die Spitzenreiterin wurde 26-mal genannt, Platz zwei 13-mal und Platz drei bekam neun Stimmen. Sogar eine persönliche Einladung von einem Eisdielenbesitzer bekam ich! Vielleicht haben Sie sich gefragt, ob das nur meinem eigenen Vergnügen gedient hat. Weit gefehlt! Ich habe nur auf den richtigen Moment gewartet, das geballte Eiswissen der Elbvertiefungs-Schwarmintelligenz mit Ihnen zu teilen. Und wann, wenn nicht jetzt, wo in Hamburg in dieser Woche die Schulferien beginnen? Ich heiße Sie also willkommen zur Spaghettieis-Spezialwoche. Fünf Tage lang dreht sich hier alles um die – da brauchen wir wohl nicht extra abzustimmen – beste Eiskreation der Welt. Ich weiß selbst noch nicht genau, wo die Reise hingeht, aber ich bin sicher, sie wird mindestens so cool wie die Sahne unter der Pasta aus Vanilleeis. Eins habe ich schon gelernt: Bei den Eisdielen scheint es ähnlich wie in der Friseursalon-Szene eine große Affinität zum Wortwitz zu geben: "Eisbüttel", "Eisbärendiele", "Eis und innig" … Selbstverständlich verrate ich Ihnen noch, welche die Lieblingseisdielen der Elbvertiefungs-Leserinnen und -Leser sind, und natürlich bin ich gestern schon einem Ihrer Tipps nachgegangen und habe im Grindelviertel ein Spaghettieis bestellt. Ein ziemlich guter Start, trotz einer kleinen Unstimmigkeit. Aber davon erzähle ich Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! Ihr Yannick Ramsel Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, oder wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an hamburg@zeit.de.  Trotz des Dauerregens haben am Samstag nach Veranstalterangaben rund 200.000 Menschen beim Schlagermove ausgelassen gefeiert – die wohl größte Schlagerparty Deutschlands. 49 bunt geschmückte Trucks zogen vom Heiligengeistfeld in Richtung Landungsbrücken, entlang der Elbe und zurück über die Reeperbahn zum Partyareal. Der nächste Schlagermove ist für den 2. und 3. Juli 2027 geplant. Eine Bundesratsinitiative Hamburgs setzt sich dafür ein, dass in mehreren Bundesländern tätige Unternehmen und Forschungseinrichtungen künftig nur noch mit einer einzigen Datenschutzbehörde sprechen sollen. Das Prinzip "einer prüft für alle" spare Aufwand und beschleunige Abläufe, hieß es von den Datenschutzbehörden der Länder. Über die Initiative soll am 10. Juli im Bundesrat beraten werden. Am Samstag ist in einer Müllverbrennungsanlage in Altenwerder Salzsäure ausgetreten. Durch die Hitze in der Anlage habe sich Dampf gebildet, der der Feuerwehr zufolge aus der Halle nach draußen ins Industriegebiet gezogen sei. Verletzt wurde niemand; Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Messungen hätten bislang keine Auffälligkeiten gezeigt. Ein 37-jähriger Mann ist am Samstagabend von der DLRG aus der Alster gerettet und erfolgreich reanimiert worden. Passanten hatten Hilferufe gehört und die DLRG alarmiert, so die Polizei. Mithilfe von Sonartechnik konnte der Mann unter Wasser geortet und ins Rettungsboot gezogen werden. Ab heute fährt die U3 wieder planmäßig zwischen den Stationen Mundsburg und Barmbek. Acht Stahlbrücken und vier Steinviadukte wurden laut der Hochbahn zuvor instand gesetzt beziehungsweise saniert sowie rund 5.800 Schwellen erneuert und Weichen ausgetauscht. Mit Blick auf den Anfang der Sommerferien in Hamburg an diesem Mittwoch hat das Verkehrsdatenunternehmen TomTom für die ZEIT den Auto-Reiseverkehr in Richtung Norden rund um den Ferienanfang des vergangenen Jahrs ausgewertet. Wer sich an den Erfahrungen des letzten Sommers orientieren möchte, sollte als Autotourist vor allem auf der Route in Richtung Dänemark über die A 7 genau planen. Eine Reise aus dem Hamburger Süden durch den Elbtunnel bis zur dänischen Grenze dauert unter optimalen Bedingungen, etwa nachts, nur ungefähr eineinhalb Stunden. Wer 2025 dagegen unmittelbar nach Schulschluss zu Beginn der Ferien aufbrach, war auf derselben Strecke rund dreimal so lange unterwegs, etwa viereinhalb Stunden. Abzuraten ist auf dieser Route auch von Reisen am ersten Ferienwochenende. Im vergangenen Jahr dauerte die Fahrt durch den Elbtunnel bis zur nördlichen Bundesgrenze am späten Freitagnachmittag rund dreieinhalb Stunden, ebenso am frühen Samstagnachmittag. Selbst Reisende, die schon am Nachmittag des vorletzten Schultags Richtung Dänemark fuhren, brauchten im vergangenen Jahr rund zweidreiviertel Stunden, also knapp das Doppelte der normalen Fahrzeit. Deutlich besser erging es dagegen Familien, die regelkonform am letzten Schultag aufbrachen, allerdings erst abends gegen 21 Uhr. Sie kamen praktisch ohne Behinderungen durch. Und der TomTom-Analyse zufolge sind die Stunden um Mitternacht als Reisezeiten ebenfalls zu empfehlen. Überraschend gut, gemessen an den Verhältnissen auf der A 7, kamen Reisende im vergangenen Jahr dagegen auf der A 1 voran. Auch im Feriengedränge waren sie auf der Vogelfluglinie bis Fehmarn meist nur etwa zwanzig Minuten länger unterwegs als unter optimalen Bedingungen. Und wer bei Bargteheide nach Norden abbog, in Richtung Kiel und Eckernförde, verlor schlimmstenfalls, nämlich am Nachmittag des letzten Schultags, etwa eine halbe Stunde. Von Frank Drieschner An den Deichstraßen in Kirchwerder wurde der Ironman sabotiert. Wer sich hier umhört, merkt: Die Wut auf Rennradfahrer ist groß. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Artikel von ZEIT-Autor Tom Kroll. An einer einsamen Straße in Kirchwerder klebt ein Zettel an einer Bushaltestelle. Der Regen hat die Tinte verwischt, doch manches ist noch zu entziffern: "An die Personen, die am 7. Juni 2026 für die Ereignisse verantwortlich waren … Ihr habt Träume, Ziele und Hoffnungen vieler Menschen zunichtegemacht", heißt es darauf. Die Täter sollten über ihre Tat nachdenken. Unterzeichnet ist das Papier mit den Worten "eine enttäuschte Athletin". Es ist ein Nachmittag im Juni, zehn Tage nach dem Hamburger Ironman, an dem Unbekannte auf den flachen, asphaltierten Deichstraßen hier in den Vier- und Marschlanden im Südosten der Stadt winzige, messerscharfe Metallspäne verstreut hatten. Und zwar gezielt an sieben Stellen der Radrennstrecke. Mindestens hundert Athletinnen, berichten Sportler, standen dann plötzlich am Straßenrand, weil sie sie in die Reifen bekamen. Bei kräftigem Wind mussten sie ihr Rennen unterbrechen, mussten Räder umdrehen, Schläuche wechseln, hektisch Reifen aufpumpen. Manche stürzten, viele verloren Rennzeit oder mussten komplett aufgeben. Für einige scheiterte vorerst damit ein Lebenstraum – die Qualifikation für den Ironman in Hawaii. Ein niederländischer Wettkämpfer fiel, wie die Polizei mitteilt, über einen "verunfallten" Fahrer und zog sich eine Fraktur zu. Die Bild-Zeitung berichtete von einem "Anschlag", das Hamburger Abendblatt von einem "Sabotageakt". Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) war sehr besorgt, hieß es aus seiner Behörde. Dabei hätte gerade er sich wohl in diesen Tagen besonders über die Bilder von strahlenden Topsportlern vor dem Rathaus gefreut – nach dem peinlich gescheiterten Olympiavotum. Stattdessen sah man bundesweit Bilder aus Hamburg mit fluchenden, gescheiterten Sportlern. Wieder ein Knick im Sportstadt-Image. Welche Eindrücke unser Autor von der Strecke während eines gewöhnlichen Wochentags mitbringt, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+) Die politischste Maschine dieses Sommers Die Hitze der vergangenen Tage war ein Stresstest dafür, wie sich Deutschland an extremes Wetter anpassen kann. Erste Erkenntnis: Das Land braucht viel mehr Klimaanlagen. Die ZEIT-Redakteure Ingo Arzt, Linda Fischer, Hanna Grabbe und Stefan Schmitt haben sich Gedanken dazu gemacht.→ Zum Artikel (Z+) Morgen Abend lädt das Markk zu einem Museumsgespräch ein: "Zukunft gestalten: Pläne für das Markk". Die Architektin Lina Ghotmeh, die gemeinsam mit den Hamburger Architekten Biwermau die Modernisierung des Museums plant (hier spricht sie im Interview über die Pläne – Z+), stellt das Vorhaben vor: Wie lässt sich ein Museum mit kolonialgeschichtlichem Erbe neu denken und wie verhalten sich Architektur, Sammlung und gesellschaftliche Verantwortung zueinander? Anschließend spricht Ghotmeh mit der Museumsleiterin Barbara Plankensteiner über die Ziele der Umgestaltung. "Zukunft gestalten: Pläne für das Markk", 7. Juli, 19 Uhr, Museum am Rothenbaum, Rothenbaumchaussee 64; die Veranstaltung findet auf Englisch statt, Eintritt frei Bei der morgendlichen Hunderunde in Nienstedten fahren zwei Jungs auf dem Schulweg an mir vorbei. Der eine sagt: "Mein Ziel ist in 30 Jahren so reich zu sein, dass ich am Freitagmorgen um 9.00 Uhr meine Rosen schneiden kann." Der andere: "Digga, ey. Rosen!?" Gehört von Karin Berlage Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. 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