Datum06.07.2026 01:48
Quellewww.zeit.de
TLDRNorwegens historischer Einzug ins WM-Viertelfinale wird in den heimischen Medien bejubelt, wobei Erling Haaland als "Komet" und "historische Figur" gefeiert wird. Brasilianische Zeitungen zeigen sich desillusioniert, da ihr Team trotz Starker Leistungen ausschied. Internationale Presse lobt ebenfalls Haaland als "Cyborg" und "gottgleich", während Norwegens Leistung als bemerkenswert und chancenreich im weiteren Turnierverlauf eingeschätzt wird.
InhaltIn Erling Haalands Heimat wird der Einzug ins WM-Viertelfinale enthusiastisch gefeiert. Brasiliens Zeitungen sind nach dem WM-Aus desillusioniert. Die Presseschau Der historische Einzug Norwegens ins WM-Viertelfinale löst in den heimischen Medien Begeisterung aus. "Erling Haaland hat Norwegen in den Himmel geschickt", titelt der Sender NRK. Die Zeitung Verdens Gang (VG) feiert neben Matchwinner Haaland auch Torwart Örjan Nyland: Er habe "wie eine lebende Mauer" im Tor gestanden, ehe Haaland "norwegische Sportgeschichte schrieb". Dass Norwegen noch nie ein WM-Viertelfinale erreicht habe, mache den Erfolg umso größer. "Aber Norwegen hatte noch nie Erling Braut Haaland", schreibt VG. Noch pathetischer wird Dagbladet. Die Zeitung spricht von einem "Erdbeben" und nennt den Sieg gegen Brasilien "die größte norwegische Sportleistung aller Zeiten". Auch Aftenposten feiert einen "historischen WM-Abend" und schreibt, das norwegische Fußballabenteuer erreiche "ungeahnte Höhen", während nun "die ganze Welt mitfiebert". In Brasilien dominieren dagegen Enttäuschung und Ernüchterung. GloboEsporte schreibt, Haaland habe sich "nach Herzenslust ausgetobt", während Brasilien gegen Norwegen ausschied. Die Sportzeitung Lance! schreibt: "Brasilien wird Zeuge des Vorbeizugs des Kometen Haaland". Besonders bitter fällt das Urteil von O Globo aus: "Ist das Hexa?" fragt die Zeitung sarkastisch – und erinnert daran, dass Brasilien nun zum sechsten Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft vorzeitig gescheitert ist. Die Tageszeitung Folha de S. Paulo formuliert das WM-Aus pointierter: "Norweger rudern, triumphieren und schicken Brasilien bei der WM an den Strand." Die Zeitung Zero Hora aus Porto Alegre sieht ein schmerzhaftes Déjà-vu: "Schon wieder! Der Film wiederholt sich seit 2006." Ein verschossener Elfmeter, eine vergebene Großchance – und wieder sei eine WM verloren gegangen. Auch international prägt vor allem Haaland die Schlagzeilen. Der britische Guardian schreibt von einem "späten Doppelpack", der Brasilien schockiert und Norwegen ins Viertelfinale geschickt habe. In Spanien wird Haaland geradezu übermenschlich beschrieben. Marca nennt ihn einen "Cyborg", der Brasilien vernichtet habe. AS schreibt, Haaland habe Brasilien "aufgefressen". Sieben Tore bei seiner ersten Weltmeisterschaft seien "tödlich" und "unmenschlich". Die Zeitung Sport feiert ihn gar als "göttergleich" und spricht von einem historischen Abend. Auch Italiens Presse hebt die Dimension des Erfolgs hervor. Die Gazzetta dello Sport urteilt, Haaland sei "größer als Brasilien" gewesen. Seine zwei Tore hätten eine glanzlose Seleção bestraft und Trainer Carlo Ancelotti nach Hause geschickt. Der Corriere dello Sport schreibt, Norwegens Traum sei in East Rutherford wahr geworden, während Tuttosport von einer "Erling-Show" spricht, bei der Nyland ebenfalls zum Helden geworden sei. Knapp, aber treffend fasst es Frankreichs L’Équipe zusammen: "Haaland auf Mission, Brasilien zu Hause." Und auch in den USA zollt man Norwegen Respekt. The Athletic schreibt: "Was für eine Leistung Norwegens bei ihrer ersten Weltmeisterschaft seit 1998! Mit Haaland an der Spitze und Nyland, der am anderen Ende des Feldes Heldentaten vollbringt, haben sie eine echte Chance, jeden zu schlagen."