Wülfershausen hat eine neue Bürgermeisterin - Neuwahl nach Wahlfälschung

Datum05.07.2026 19:58

Quellewww.spiegel.de

TLDRRuth Markert (Freie Wählergemeinschaft) ist neue Bürgermeisterin in Wülfershausen nach einer Wahlfälschung des Vorgängers. Sie erhielt 87 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 69,5 Prozent. Der frühere CSU-Bürgermeister steht zudem wegen manipulierter Stimmzettel für Gemeinderats- und Kreistagswahlen vor Gericht. Dort gilt die Unschuldsvermutung.

InhaltDer Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Wülfershausen hatte zugegeben, die Wahl manipuliert zu haben. Nun haben die Bürgerinnen und Bürger neu gewählt. Nach den Neuwahlen in Wülfershausen an der Saale wegen Wahlfälschung steht eine neue Bürgermeisterin fest. Die Bankbetriebswirtin Ruth Markert (Freie Wählergemeinschaft Wülfershausen/Eichenhausen) erhielt mit 87 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit, wie die Verwaltungsgemeinschaft Saal an der Saale (Landkreis Rhön-Grabfeld) das vorläufige Ergebnis online bekannt gab. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,5 Prozent. Der Vorgänger der 52-Jährigen hatte eingeräumt, Wahlunterlagen zur Kommunalwahl im März manipuliert zu haben. Der damalige CSU-Politiker trat daher von dem Amt als Erster Bürgermeister zurück, die knapp 1300 Wahlberechtigten waren somit zur Neuwahl aufgerufen. Weil der 69-Jährige auch Stimmzettel der Kreistags- und Gemeinderatswahl verändert haben soll, fand am Sonntag auch die Nachwahl für den Kreistag des Landkreises Rhön-Grabfeld und den Gemeinderat statt. Bei der Kreistagswahl wurde dabei nur die Briefwahl wiederholt. Am 3. November steht der Amtsvorgänger von Markert wegen Wahlfälschung vor dem Amtsgericht Bad Neustadt/Saale. Im Fall einer Verurteilung könnte der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schweinfurt mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden. Der Angeklagte möchte sich nicht zu den Vorwürfen äußern, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Für den 69-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.