Reformen: Vizekanzler Klingbeil verteidigt Reformpläne im ARD-Sommerinterview

Datum05.07.2026 18:23

Quellewww.zeit.de

TLDRVizekanzler Lars Klingbeil verteidigte im ARD-Sommerinterview die geplanten Reformen der Bundesregierung. Er räumte mögliche Belastungen für alle ein, begründete diese aber mit einem 20-jährigen Reformstau in Deutschland. Die Koalition müsse nun handeln, um finanzielle Freiräume zu schaffen und das Land zu modernisieren. Klingbeil verteidigte auch die Neuverschuldung, die teilweise für die Bundeswehr nötig sei. Zur Krankschreibung sprach er sich für pragmatische Lösungen aus, die Tarifpartnern und Betrieben Gestaltungsspielraum lassen.

InhaltLars Klingbeil hat die geplanten Reformen der Bundesregierung verteidigt. Der SPD-Chef stritt nicht ab, dass es "auch Belastungen geben wird für alle". Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat im ARD-Sommerinterview die Reformvorhaben der schwarz-roten Bundesregierung verteidigt. Der SPD-Chef wollte nicht abstreiten, dass es "da auch Belastungen geben wird für alle", sagte er in der Sendung "Bericht aus Berlin". Der Grund für die Belastungen liege vor allem am Reformstau in der Bundesrepublik, sagte der Vizekanzler.  Deutsche Regierungen hätten "20 Jahre lang Reformen verschleppt", sagte Klingbeil. Die Koalitionspartner aus CDU, CSU und SPD gingen nun diese Erneuerungen an, weil man wieder Freiräume im Haushalt brauche und "weil wir vieles in diesem Land gerade auch wieder auf Vordermann bringen müssen." Zudem verteidigte Klingbeil die Neuverschuldung im Haushalt. Die neuen Schulden hätten nicht zuletzt mit der Aufrüstung und Modernisierung der Bundeswehr zu tun. Laut Klingbeil kann sich Deutschland gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin "nicht mit der schwarzen Null verteidigen".  Zur Kritik an der geplanten Reform der Krankschreibung sagte der SPD-Co-Vorsitzende, man müsse die Umsetzung im Parlament "sehr pragmatisch machen." Klingbeil machte deutlich, dass er persönlich kein Misstrauen gegenüber den Arbeitnehmern habe, die Koalition habe aber "etwas verabredet, dazu stehe ich auch".  Man könne eine pragmatische Lösung finden, "wenn man erstens sagt, ihr müsst euch nicht krank zum Arzt schleppen und auch nicht krank auf die Arbeit schleppen." Zweitens sei es am besten, wenn die Tarifpartner oder die Betriebe die Möglichkeit hätten, "das Ganze so zu regeln, wie sie es gerne hätten." Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.